Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Hinter den Kulissen einer Meilemer Institution

Hinter dem Betrieb eines Museums stecken viel Arbeit und Aufwand. Jetzt besteht die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, was es braucht, damit das Ortsmuseum Meilen seine Aufgabe erfüllen und auch immer wieder mit interessanten Ausstellungen aufwarten kann.

  • OMM-Stiftungsrätin Katie Halter (links) und Kuratorin Julia Hübner bei den Vorbereitungen zu «Hinter den Kulissen». Foto: MAZ

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Das Team des Ortsmuseums Meilen zeigt an vier Mittwochnachmittagen, welche Herausforderungen mit der Betreuung von historischen Gegenständen anfallen, wie Objekte inventarisiert werden und was mit Neuzugängen im Museum passiert.

Viel Arbeit vor der Vernissage

Den wenigsten Besucherinnen und Besuchern einer Ausstellung im OMM ist bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt, bis sich die Türen zur Vernissage öffnen können. Oft muss monatelang recherchiert, geforscht und fotografiert werden, Briefe und Mails müssen geschrieben werden, die Urheberrechte abgeklärt, Formate ausgemessen, Versicherungen abgeschlossen, alle Leihgeber angefragt, die Bilder abgeholt und vieles mehr. 

Und mit den Ausstellungen ist es noch nicht getan: Das OMM sammelt seit Jahren historische Gegenstände und Fotografien mit Bezug zu Meilen. Um auch späteren Generationen den Überblick zu verschaffen und sicherzustellen, müssen diese inventarisiert, allenfalls restauriert und sicher versorgt werden. Eine eigene Kategorie bilden die historischen Fotos aus der Gemeinde, von denen bereits mehrere Tausend im Bestand sind – Perlen aus dieser Sammlung sind in loser Folge im Meilener Anzeiger unter dem Titel «Es war einmal in Meilen» zu bewundern.

Schenkungen sind wertvoll – und machen Arbeit

Anhand eines kürzlichen Neuzugangs wird an den vier Mittwochnachmittagen gezeigt, wie das OMM mit einer grossen Schen-kung umgeht: Vom seit Jahrzenten in Feldmeilen lebenden Grafiker und Maler Johannes Rüd hat das Museum nach dessen Eintritt in die Platten Meilen, das Alterszentrum, über 300 Werke geschenkt erhalten. Sie alle werden nun erfasst und katalogisiert. Dabei müssen sie unter anderem auf ihren Zustand hin kontrolliert werden. Sind Beschädigungen ersichtlich, wird entschieden, ob eine Restaurierung angebracht ist und ob auch eine neue Rahmung erforderlich wird – dies alles, bevor auch nur daran gedacht werden kann, die Werke in einer Ausstellung dem Publikum zugänglich zu machen. 

Ein Team von Freiwilligen 

Erledigt werden all diese Arbeiten vom freiwillig tätigen Stiftungsrat, in dem neben Laien auch eine Kunsthistorikerin mitarbeitet. 

An den Mittwochnachmittagen stehen die neue Kuratorin Julia Hübner und die langjährige Stiftungsrätin Katie Halter für Auskünfte zur Verfügung und erklären in den Räumlichkeiten des Museums die anfallenden Arbeiten. 

Übrigens: Falls jemand ein Werk von Johannes Rüd besitzt, das dem OMM noch nicht bekannt ist, freut sich das Museumsteam über eine kurze Information an kurator@ortsmuseum-meilen.ch.

Besuchstage im Ortsmuseum, Kirchgasse 14, jeweils mittwochs vom 16. Juni bis 7. Juli von 14.00 bis 19.00 Uhr und ausserhalb der Öffnungszeiten auch nach Vereinbarung (Katie Halter, Tel. 079 693 01 73).

xeiro ag