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Heute vor ... 8. Oktober: Königin Min

Königin Min hiess eigentlich Myeongseong und war die Ehefrau des koreanischen Königs Gojong. Damit war sie ebenfalls Königin.

Nach ihrem Tod wurde ihr der Titel «Kaiserin des Daehan-Kaiserreichs» verliehen.

In voller Länge lautet der postum verliehene Titel Hyoja Weonseong Jonghwa Hapcheon Honggong Seongdeok Jehwiyeol Mokmyeongseong Taehwanghu. Man kann verstehen dass sie in unseren Breitengraden ganz einfach Königin Min genannt wird. 

Jedenfalls wurde sie auf Empfehlung der Mutter und auf Anordnung des Vaters des künftigen Königs als dessen Ehefrau ausgewählt. Sie war damals erst 14 Jahre alt. Ihr Ehemann gar erst 13. Da sie aus einem nicht sehr mächtigen Familienclan stammte, dachte man, dass sie keinen grossen Einfluss auf den Königshof nehmen würde. 

Doch falsch gedacht. Sie hatte sogar sehr grossen Einfluss auf ihren Mann und beeinflusste daher stark die Politik des Königshofes. Ihr gelang es u.a. über ihren eigenen Familienclan eine gewichtige Opposition zur bisherigen politischen Elite aufzubauen. So stieg Königin Min in kurzer Zeit zur mächtigsten Königin der Joseon-Dynastie auf.

Dies gefiel ihrem mittlerweile entmachteten Schwiegervater gar nicht. Und weil die Königin eher russlandfreundlich eingestellt war, suchte er Unterstützung im japanischen Kaiserreich. Die Spannungen am Hof waren gross, und Königin Min lebte in steter Angst vor einem Attentat. Sie soll mehrere Schlafzimmer gehabt haben, die sie zufällig und abwechselnd aufsuchte. Zudem soll eine Falltür von ihrem Schlafzimmer zu einem ständig bereitstehenden Fluchtfahrzeug geführt haben. Das nützte ihr aber alles nichts. Heute vor 126 Jahren drangen japanische Soldaten und koreanische Kollaborateure in ihre Gemächer ein und töteten sie und zwei ihrer Hofdamen sowie einen Hofbeamten. 

Das alles fand vor langer Zeit und weit weg statt. Und doch, so fremd ist uns das alles nicht. Eine junge, unterschätzte Frau gelangt an die Macht, die Palastintrigen nehmen ihren Lauf und am Ende kommt’s zum Königinnenmord. Am Ende des Tages hat man es eben immer mit Menschen zu tun.

 

xeiro ag