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Heute vor ... 8. Mai: Das sublimierte Wesen Amerikas

Der Sirup sollte als Mittel gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen helfen. Dafür hatte ihn John Stith Pemberton entwickelt und heute vor 134 Jahren zum ersten Mal in seiner Apotheke angeboten. Die Zutaten die unter anderem Kokablatt und Kolanuss umfassten, gaben dem Getränk den Namen: Coca-Cola.

Da Pemberton selber morphinsüchtig war, musste er das Patent bald verkaufen. Die bereits in vielen Staaten der USA geltende Prohibition bot Coca-Cola die Gelegenheit, als «Ersatzdroge» in die Lücke zu springen. Das Aufkommen des Kronkorkens verhalf dem Getränk schliesslich dazu, sich schnell und in Massen in den ganzen USA zu verbreiten. Allmählich entwickelte sich Coca-Cola zum «sublimierten Wesen Amerikas», wie es ein Journalist einmal formulierte. Das Ziel des Unternehmens war schliesslich, dass Coca-Cola nie weiter als «eine Armeslänge von der Lust entfernt» sein dürfe. Damit begann die weltweite Expansion. Beschleuniger dafür war der Zweite Weltkrieg. 

Obwohl in den USA der Zucker rationiert war, versprach die Konzernleitung jedem Soldaten eine Coke für 5 Cent. Damit begann eine enge Beziehung zwischen Coca-Cola und dem Militär. General Eisenhower sorgte dafür, dass 248 Mitarbeiter von Coca-Cola in die Armee aufgenommen wurden, die schliesslich 64 Abfüllanlagen an den Kriegsschauplätzen einrichteten. Noch im ersten Golfkrieg war Coca-Cola das erste Unternehmen, das im kriegszerstörten Irak seine Verteilzentren einrichten konnte.

Lange Zeit war Coca-Cola das teuerste Unternehmen der Welt. Erst 2013 rutschte es auf Platz drei, hinter Apple und Google. «Choose Happiness» – dieser Coca-Cola-Werbeslogan bringt auf den Punkt, dass es bei Coca-Cola längst nicht mehr nur um die Bekämpfung von Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen geht, sondern dass das Getränk vielmehr weltweit für Glück und Lebensfreude steht. Wie viele Armlängen sind Sie davon entfernt?

 

xeiro ag