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Heute vor … 5. November: Gunpowder Plot

Das hätte einen unglaublichen Rums gegeben. Wissenschaftler haben berechnet, dass die Explosion alle Gebäude im Umkreis von einem Kilometer beschädigt und bestimmt den Westminster-Palast zerstört hätte.

Letzteres war denn auch das erklärte Ziel der Attentäter. Sie wollten heute vor 416 Jahren mit einem Schlag das protestantisch dominierte Parlament sowie die ganze Königsfamilie auslöschen. An jenem Tag war Parlamentseröffnung und damit alles, was Rang und Namen hatte inklusive der gesamten Familie des Königs, zugegen. Das Motiv war Rache, da der englische König die Katholiken unterdrückte.

Verschiedene Versuche waren bereits unternommen worden, um den König zu ermorden. Nun nahm der katholische Sprengstoffexperte Guy Fawkes in der sogenannten Pulververschwörung oder eben dem «Gunpowder Plot» die Sache an die Hand. Er lagerte nicht weniger als 2,5 Tonnen Schiesspulver in den Kellern des Parlamentsgebäudes ein, die dann während der Eröffnungsversammlung in die Luft gehen sollten. Der ebenfalls katholische Lord Monteagle erhielt in einem Brief eine diskrete Warnung, doch an jenem Tag die Nähe von Westminster zu meiden. Monteagle gab den Brief an die Behörden weiter, die am Morgen der Parlamentseröffnung Fawkes und das Pulver entdeckten.

Unter der Folter gestand Fawkes seine Absichten und verriet seine Mitverschwörer. Alle wurden auf brutale Weise hingerichtet. Noch heute feiern die Briten jedes Jahr den Tag des gescheiterten Attentats mit viel Feuerwerk. Und bis heute untersuchen die «Yeomen of the Guard» die Keller unter den Houses of Parliament vor der jährlichen Parlamentseröffnung. Die Katholiken mussten danach noch einmal 200 Jahre warten, bis die Einschränkungen ihrer Bürgerrechte allmählich aufgehoben wurden. Unklar ist bis heute, weshalb Lord Monteagle gewarnt wurde und weshalb er die Attentäter verriet. Jedenfalls hat er die Lunte ausgelöscht, bevor sie das Pulver entzünden konnte. Und das, würde ich sagen, war eine löbliche Tat.

 

xeiro ag