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Heute vor ... 31. Januar: Friedenspreis dank Militärmarsch

Die Soldaten eines irischen Bataillon der britischen Armee sollen es im ersten Weltkrieg gesungen haben, als sie durch Boulogne-sur-Mer marschierten. Und es ist in der Tat ein munteres Lied, das eingängig und leicht zu singen ist. Dazu lässt sich gleich viel besser marschieren.

Zudem singt es von einem einfachen Iren, der in die Grossstadt kommt und alle Herrlichkeiten dieses Ortes verschmäht, da er sich im Grunde nur nach dem «süssesten Mädchen, das ich kenne» sehnt. Man kann die Soldaten verstehen, die fern der Heimat und fern von ihren Liebsten dieses Lied zu ihrem Lieblingslied erkoren. «It’s a Long Way to Tipperary» heisst das Lied, das sein Komponist Jack Judge heute vor 108 Jahren zum ersten Mal öffentlich vorgetragen hat.

Ein Bericht über diese munter marschierenden Soldaten in der «Daily Mail» machte das Lied einem breiteren Publikum bekannt, und die Schallplattenaufnahme des irischen Startenors John McCormack machte es vollends populär. Seither gehört es ins Standardrepertoire vieler Militärkapellen.

Gleichzeitig machte dieses Soldatenlied natürlich auch die kleine irische Stadt Tipperary berühmt. Irgendwann aber hatten die Bewohner dieses Städtchens genug davon, in erster Linie mit Krieg in Verbindung gebracht werden. Das führte dazu, dass dieser Ort seit 1984 jedes Jahr den Tipperary-Friedenspreis vergibt und ebenso jährlich das Tipperary-Friedenslied kürt. Zu den Preisträgern gehören so illustre Personen wie Bob Geldof, Bill Clinton oder Nelson Mandela sowie die Cluster Munition Coalition, ein weltweites Bündnis gegen Streumunition. 

Das Lied ist gut. Und der Krieg hat Lied und Städtchen berühmt gemacht. Diese Popularität für die Stiftung einen Friedenspreises und das Küren eines Friedensliedes zu nutzen, ist ein kreativer Umgang damit. Gratuliere!

 

xeiro ag