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Heute vor ... 3. April: Der Ofen-Frieden

Der Ofen-Frieden oder besser: der Frieden von Ofen war ein Frieden, der in Ofen ausgehandelt und heute vor 766 Jahren geschlossen wurde.

Ofen ist ein Ort, der später Buda genannt wurde und heute Teil von Budapest ist. Als Friedrich der Streitbare, König über Österreich und die Steiermark, ohne männlichen Nachkommen starb, erhoben Ottokar, aber auch Bela Anspruch auf Österreich und die Steiermark. Denn Klein-Ottokar hatte, erst 22-jährig die bereits 47 Lenze zählende Erb-Schwester von Friedrich dem Streitbaren, Margaret von Badenberg, geheiratet. Belas Sohn Stefan dagegen hatte des Streitbaren Erb-Nichte Gertrud von Badenberg geehelicht. So gerieten also die Väter der Söhne über das Erbe des Streitbaren selber in Streit. Es kam zum Krieg.

Da griff Innozenz IV. vermittelnd ein. Bruno von Olmütz, seines Zeichens Bischof, unterstützte ihn dabei. Der Ungar Bela erhielt die Steiermark, jedenfalls zum Teil. Das Pittner Gebiet nördlich des Semmerings und des Wechsels – wussten Sie, dass der Wechsel ein Bergzug ist, dessen Hauptgipfel der Hochwechsel ist? – und der Traungau fielen an Ottokar. In dieser Gegend gibt es auch den Hartlspitz, der befindet sich im Rosaliengebirge. Ottokar aber störte sich je länger je mehr an dieser Gebietsaufteilung, und so war vier Jahre später der Frieden von Ofen für den Ofen. Es kam erneut zum Krieg, und schliesslich musste Bela die ganze Steiermark an Ottokar abtreten. 

Nun, das ist lange her und spielt für uns heute keine Rolle mehr. Andererseits sind Zeiten, in der es einen Friedrich den Streitbaren und Erb-Schwestern und Erb-Nichten gab, in denen ein Bela und ein Ottokar sich in die Haare gerieten um so märchenhaft klingende Gebiete wie das Rosaliengebirge oder einen Hochwechsel oder einen Hartlspitz, und in denen in Ofen ein Frieden geschlossen wurde, so fern und fremd wie ferne und fremde Kontinente es sind. Sie sind umgeben vom Zauber einer anderen Welt und wecken die Lust, dieses unbekannte Land zu entdecken. Oder nicht?

 

 

xeiro ag