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Heute vor ... 29. September: Die «Bobbies»

Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein gab es auch in London keine eigenständige Polizei. Ruhe und Ordnung wurden durch freiwillige Wachtmeister aufrecht erhalten oder – wo nötig – durch das Militär. Falls man die Verfolgung eines Täters wünschte, konnte man einen privaten «thief taker» engagieren, der sich mit Belohnungen und Kopfgeldern seinen Unterhalt verdiente. Es gab lokal und privat organisierte Trupps, die zum Beispiel in den Docks Diebstähle zu verhindern suchten oder Frachtdiebstählen nachgingen.

Doch im rasant wachsenden London des beginnenden 19. Jahrhunderts erwies sich dieses System als nicht mehr effizient genug. Neue Lösungen mussten gefunden werden. Und so verabschiedete das Unterhaus in London den «Metropolitan Police Act», der das Polizeiwesen Londons direkt dem Innenministerium unterstellte. 

Und so verfügte der damalige Innenminister Robert Peel über die gesetzliche Grundlage, heute vor 188 Jahren die weltweit erste Polizeibehörde zu gründen: «The Metropolitan Police Service». 1000 Beamte wurden eingestellt, die in einem Sieben-Meilen-Radius rund um Charing Cross Verbrechen zu verhindern und aufzuklären hatten. Der Volksmund bedachte diese neue Behörde sogleich mit einem liebevollen Spitznamen: Nach ihrem Gründer Robert Peel wurden sie in der Folge «Peelers» oder – heute besser bekannt – «Bobbies» genannt.

Übrigens: Der für die Bobbies typische Helm wurde erst 34 Jahre später eingeführt. Er ersetzte den bis dahin üblichen Zylinder. Dies erklärt wahrscheinlich auch die seltsame hochaufragende Form des Helms. Aber im Unterschied zum Zylinder ist dieser aus Kork gefertigt und mit Filz überzogen und schützt bestimmt besser gegen Schläge auf den Kopf. Wirklich praktisch sehen die Helme der Bobbies nicht aus. Aber was spielt das für eine Rolle angesichts dieser langen Tradition!

 

xeiro ag