Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Heute vor ... 28. Februar: Ein ungeklärter Mord

Zunächst fiel auf, dass die Ermittlungen nach dem Mord relativ schleppend anliefen. Der Stockholmer Polizeichef hatte Mühe, eine Begründung dafür zu liefern. Dann gab es offenbar Streitigkeiten, wer denn nun für die Ermittlungen zuständig sei, die Stockholmer Stadtpolizei oder der schwedische Geheimdienst.

Später kam gar der Verdacht auf, dass der Geheimdienst selber in den Mordfall verwickelt sei. Heissen Hinweisen von Augenzeugen wurde nicht nachgegangen. Die Projektile wurden nicht von der Polizei, sondern von Passanten gefunden. Dann ergab sich eine Spur nach Südafrika und zum dortigen Geheimdienst. 

Nach fast drei Jahren Polizeiarbeit konnte man den drogenabhängigen Christer Petterson als Tatverdächtigen der Öffentlichkeit präsentieren. In erster Instanz schuldig gesprochen, wurde er in zweiter Instanz mangels Beweisen auf freien Fuss gesetzt. Gut 20 Jahre nach dem Mord berichtete die langjährige Freundin Pettersons, der in der Zwischenzeit verstorben war, dass dieser ihr gegenüber den Mord gestanden habe. Zur Untermauerung der Aussage legte sie noch 40 Briefe Pettersons vor.

Die Witwe von Olof Palme, der heute vor 34 Jahren nach einem Kinobesuch auf offener Strasse erschossen wurde, blieb bis zu ihrem Tod überzeugt davon, dass Petterson ihren Mann erschossen habe. Und sie stand ja unmittelbar neben ihrem Mann! Für die Ermittler aber hatte diese These zu viele Ungereimtheiten. 130 weitere Personen haben zugegeben, Palme erschossen zu haben. Keines dieser Geständnisse war glaubhaft. Es scheint unmöglich, dass dieser Mord zu den Akten gelegt werden kann.

Vor rund zehn Tagen hat der nun zuständige schwedische Staatsanwalt angekündigt, noch diesen Sommer den Tathergang auf Grund neuer Erkenntnisse darlegen und einen Verdächtigen benennen zu können. Nun, wir werden ja sehen. Bei alledem aber geht mir immer wieder Olof Palme durch den Kopf und der Wunsch: Er ruhe in Frieden!

xeiro ag