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Heute vor ... 24. Dezember: Vom Aufgang der Erde

«Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser, und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott teilte das Licht von der Dunkelheit.»

Bevor die NASA die ersten Menschen auf dem Mond landen liess, schickte sie mit der Apollo 8 eine Crew zum Mond, die ihn umkreisen und für die Mondlandung erkunden sollte. Diesen Job hat sie selbstverständlich auch erfüllt. In gewisser Weise viel wichtiger aber wurde, was die Astronauten heute vor 52 Jahren zu sehen bekommen haben. 

Als sie nämlich die Rückseite des Mondes verliessen, rief das Besatzungsmitglied Frank Borman plötzlich: «Oh mein Gott! Seht euch dieses Bild da an! Hier geht die Erde auf. Wow, ist das schön!» Schnell griff er zum Fotoapparat und macht einige Bilder. Gemeinsam bestaunten die Crewmitglieder den Aufgang der Erde. Beschäftigt mit der Erkundung des Mondes, entdeckten sie die Erde.

Mitten im schwarzen Nichts wirkte sie nur umso schöner und verletzlicher. Der Kontrast zur grauen Einöde des Mondes hätte nicht grösser sein können. Zudem schufen die lunaren Sonnenaufgänge eine noch viel urtümlichere Atmosphäre. Das inspirierte die Crewmitglieder dazu, die Schöpfungsgeschichte der Bibel zu zitieren. Nacheinander lasen sie eine kurze Passage daraus vor.

Das Bild der blauen Erde hielt den Menschen die Zerbrechlichkeit ihrer Existenz vor Augen und wurde schliesslich zur einflussreichsten Umweltfotografie, die je gemacht wurde. Nach einem schwierigen Jahr, das weltweit Gewalt und Unruhen mit sich gebracht hatte, war dieses Bild der aufgehenden Erde eine Weihnachtsbotschaft, die buchstäblich vom Himmel zur Erde gesandt wurde und die Menschen zusammenrücken liess. Eine gute Botschaft zur rechten Zeit.

xeiro ag