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Heute vor ... 21. Februar: Malcolm X

Seine Leiche wies 21 Schusswunden auf. Die Mörder wollten offensichtlich absolut sicher sein, dass er auch tatsächlich tot ist. In sehr einfachen Verhältnissen gross geworden, musste Malcolm X nach seinem Highschool-Abschluss erkennen, dass er trotz bester schulischer Leistungen und herausragender Intelligenz wegen seiner Hautfarbe nicht studieren konnte.

Malcolm geriet auf die schiefe Bahn. Er handelte mit Drogen und beging Einbrüche. Im Gefängnis kam er dann mit Menschen in Kontakt, die ihn zur autodidaktischen Weiterbildung ermutigten. Zudem machte ihn sein Bruder mit der Nation of Islam bekannt. Schnell wurde er zum Wortführer dieser muslimischen Organisation. Und anders als Martin Luther King, der den Ausgleich und die Gleichberechtigung auf friedlichem Weg suchte, prangerte Malcolm X die Weissen als Teufel an, die systematisch und böswillig die Schwarzen unterdrückten. Anders als Martin Luther King hielt Malcolm X die Aufforderung zur Gewaltlosigkeit für ein Verbrechen, das die Schwarzen lediglich in der Abhängigkeit der Weissen halten sollte.

Schliesslich brach Malcolm aber mit der Nation of Islam, u.a. weil er die ausserehelichen Beziehungen ihres Anführers, Elijah Muhammad nicht mehr tolerieren konnte. Es folgte eine Pilgerreise nach Mekka, an die er eine Reise nach Afrika anschloss. Diese weitete seinen Horizont und änderte nicht zuletzt seine Sicht auf die Rolle der Frau. Zudem war er nun bereit, auch mit Weissen zusammen zu arbeiten, sofern sie sich ernsthaft für die Abschaffung der Rassentrennung einsetzten.

Zurück in New York prangerte er weiter das moralisch fragwürdige Leben des Chefs der Nation of Islam an. Es folgten anonyme Drohungen, weshalb er schliesslich Polizeischutz in Anspruch nahm. Dennoch gelang es heute vor 55 Jahren insgesamt drei Attentätern, die tödlichen Schüsse auf ihn abzugeben.

Malcolm X hat eben nicht nur wie ein Papagei nachgesprochen, was andere ihm vorsagten. Er hat selber gedacht und ist eigene Wege gegangen. Das hat nicht allen gepasst. Das aber hat ihn erst richtig interessant gemacht.

 

xeiro ag