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Heute vor ... 18. Juni: «Ich wollte, es würde Nacht...

...oder die Preussen kommen.» – Mit diesen Worten wünschte sich der englische General Wellington die verbündeten Preussen herbei. Wellingtons Gegner war Napoleon, der wenige Monate zuvor von Elba geflohen und nach Frankreich zurückgekehrt war. In kürzester Zeit hatte er wieder die Macht in Frankreich übernommen und war zu einer Gefahr für Europa geworden.

Doch die europäischen Mächte hatten nicht geschlafen und ihrerseits Truppen mobilisiert. Heute vor 206 Jahren trafen die Truppen Wellingtons auf die Truppen Napoleons. Lange wogte der Kampf hin und her. Wellington konnte auf die Verstärkung durch die Preussen hoffen, wusste aber nicht, wann sie kommen würden. Entweder die Nacht würde eine Kampfpause verschaffen oder die Preussen würden die Entscheidung bringen. Diese Überlegung führte zu Wellingtons Ausspruch.

Am späten Nachmittag konnten die Preussen endlich ins Geschehen eingreifen und drängten die napoleonischen Truppen so sehr in die Defensive, dass sie schliesslich den Kampf aufgeben und fliehen mussten. Der alte General Cambronne soll gesagt haben: «Die alte Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht.» Andere Quellen dagegen behaupten, er habe schlicht «Merde!», zu deutsch «Scheisse!» ausgerufen. Man sprach später einfach von «Cambronnes Wort». Cambronne ergab sich und überlebte, schwieg sich aber zeitlebens über sein «Wort» aus. 

Der Sieg über Napoleon war endgültig und nicht zuletzt deshalb sehr bedeutend. Während die Briten zwei Jahre später die neueröffnete Brücke über die Themse «Waterloo Bridge» nannten, werden die Franzosen noch heute nicht gerne an diese Niederlage in der Nähe des Dorfes Waterloo südlich von Brüssel erinnert. So haben sie die Briten wiederholt gebeten, die Brücke umzubenennen. Und als die Belgier eine Euromünze mit dem Waterloo-Motiv herausgeben wollten, legte Frankreich sein Veto ein. Den Franzosen kommt offensichtlich immer noch «Cambronnes Wort» über die Lippen, wenn sie an Waterloo denken.

xeiro ag