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Heute vor ... 18. Dezember: Keine Sklaverei mehr

Eigentlich suchte Präsident Lincoln einen moderaten Ausstieg aus der Sklaverei. Er wollte zum einen verhindern, dass dieses «Geschäftsmodell» in den Nordstaaten salonfähig wurde. Zum anderen sollte in den Südstaaten eine Übergangslösung inklusive Entschädigungen gefunden werden, die dort einen auch ökonomisch verkraftbaren Wandel ermöglichen würde.

Als Lincoln an die Macht kam, brach darüber der Sezessionskrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten aus. Der Krieg wurde ungeheuer erbittert geführt, und die Kosten an Menschenleben und Geld waren immens. Daher beschloss Lincoln, nicht länger auf einen moderaten Übergang zu setzen. Das Leid konnte kaum noch grösser werden. Also sollte die Sklaverei gleich ganz abgeschafft werden. 

Lincoln entschied, die Verabschiedung eines 13. Zusatzartikels im Kongress einzubringen. Dieser besagt, dass weder Sklaverei noch Zwangsarbeit auf dem Gebiet der USA erlaubt seien. Einzig für gerichtlich verurteilte Verbrecher sollte Zwangsarbeit weiterhin erlaubt sein. 

Um diesen Zusatzartikel durchs Parlament zu bringen, musste die benötigte Mehrheit gezimmert werden. Dies gelang Lincoln und seinen Gefolgsleuten, und bei der entscheidenden Abstimmung wurde der 13. Zusatzartikel genehmigt. Damit er aber auf dem Gebiet der USA rechtskräftig werden konnte, musste er von zwei Dritteln der einzelnen Bundesstaaten ratifiziert werden. Nach einem knappen Jahr war dies der Fall. 

Und so konnte heute vor 155 Jahren Aussenminister William H. Seward verkünden, dass der 13. Zusatzartikel auf dem gesamten Bundesgebiet in Kraft gesetzt sei. Damit war das Verbot der Sklaverei wenige Monate nach dem Ende des Sezessionskrieges in der Bundesverfassung verankert. Das war ein teuer erkaufter Schritt. Aber es war ein echter Fortschritt.

xeiro ag