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Heute vor ... 15. März: Henry baut ein Auto

Sir Frederick Henry Royce hatte in Manchester ein Elektrounternehmen gegründet, das Türklingeln, Glühbirnenfassungen, Dynamos und Elektromotoren herstellte. Vor allem die Elektromotoren, die zunehmend Dampfmaschinen ersetzten, brachten ihm grossen wirtschaftlichen Erfolg.

Doch Henry war krank, und der Arzt empfahl ihm Ausfahrten an der frischen Luft. Dafür hatte Henry ein Quadricycle, eine Art motorisiertes Fahrrad mit vier Rädern. Allerdings wollte er etwas mit mehr Komfort. Und so liess er sich ein Auto der Firma Decauville aus Frankreich kommen. Das aber war sehr fehlerhaft, und so baute Henry kurzerhand selber ein Auto.

Insgesamt drei Prototypen stellte er von diesem Exemplar her. Einem Grossaktionär gefiel dieser Prototyp so gut, dass er Henry Royce mit Charles Rolls bekannt machte. Rolls war ein junger Autohändler, den es störte, dass keine britische Automarke seinen Qualitätsansprüchen genügte. Beim ersten Treffen zwischen dem 41-jährigen Royce und dem erst 27-jährigen Rolls machte letzterer auch eine Probefahrt mit dem Prototypen des ersteren. Und das Gefährt gefiel ihm sehr gut. Endlich hatte Charles Rolls ein britisches Auto gefunden, das er guten Gewissens seinen Kunden anbieten konnte!

Per Handschlag wurde beschlossen, dass Rolls künftig exklusiv alle Autos verkaufen würde, die Royce baute. Die Zusammenarbeit verlief so gut, dass Charles Rolls und Henry Royce ihre Firmen heute vor 113 Jahren zur Firma Rolls-Royce Ltd. fusionierten. Bereits im Herbst desselben Jahres stellten sie den später als «Silver Ghost» bezeichneten Rolls Royce 40/50 hp an einer Show vor. Dieses Auto begründete ihren Ruf, die besten Autos der Welt herzustellen.

Am Anfang dieser Entwicklung stand der ärztliche Rat für Ausfahrten an der frischen Luft. Ist doch interessant, wie verschlungen die Wege zuweilen sind, wenn Neuentwicklungen und Entdeckungen die Welt bereichern.

xeiro ag