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Heute vor ... 14. Dezember: Die Old-Shatterhand-Melodie

Schon die ersten aufsteigenden Geigenklänge rufen vertraute Bilder hervor, und der sanfte schlendernde Trab der Rhythmusgruppe versetzt den kleinen Jungen automatisch in den Sattel und lässt ihn mit Winnetou und Old Shatterhand zusammen durch die Prärie reiten. Vereint in der Blutsbruderschaft und im Kampf für das Gute taucht man ein in die Wildwest-Romantik.

Heute vor 56 Jahren fand die Erstaufführung des Winnetou-Klassikers «Der Schatz im Silbersee» statt. Die Aufnahmen wurden zum Grossteil in Jugoslawien gedreht. Spektakulär, zumindest aus heutiger Sicht, ist die kurze Entstehungszeit. Am 6. August wurde mit den Dreharbeiten begonnen, am 1. Oktober war der letzte Drehtag, und rund drei Wochen später lag bereits der Rohschnitt vor. Nach dem Feinschnitt erfolgte innerhalb einer Woche die Sprachsynchronisation. In lediglich drei Tagen entstanden die Musikaufnahmen, und so kam es, dass der Film gut vier Monate nach Drehbeginn der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. 

Diese reagierte begeistert und besuchte rege die Kinos. Bei Produktionskosten von 3,5 Millionen DM spielte der Film 6,4 Millionen DM ein. 

Pierre Brice, der seither in einem Atemzug mit Winnetou genannt wird, war nicht die zweite Wahl. Und als er dann die Rolle studierte, war er enttäuscht, dass er nur sehr wenige Dialogszenen hatte. Er bat den Regisseur, ihm mehr Text zu geben. Der Regisseur lehnte ab. Winnetou sollte vor allem würdevoll und stolz dreinblicken, eine edle Haltung bewahren und im Übrigen schweigen. So entstand das Bild vom edlen Indianer, der bereit war, mit dem Bleichgesicht Old Shatterhand die Blutsbruderschaft einzugehen, d.h. die Rassengrenzen zu überwinden, um gemeinsam für das Gute zu kämpfen. Und eben: Es braucht kaum einen ganzen Takt Musik, um uns Winnetou-Freunde in romantische Wildwest-Stimmung zu versetzen. Das kann freilich nicht nur diese Titelmusik. Aber sie kann es eben auch...

 

xeiro ag