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Heute vor ... 13. März: Striptease

«Striptease ist die Kunst der erotischen Entkleidung besonders auf den Bühnen von Nightclubs.» So kann man auf Wikipedia die treffende kurze Definition lesen. Dass Männer bei grossen Festen gerne auch Frauen tanzen lassen und zu vorgerückter Stunde die Bekleidung dieser Damen knapp und immer knapper wird, ist ein Kulturphänomen, das es gibt, seit es mächtige Männer, grosse Feste und schöne Frauen gibt.

Schon der in der Bibel beschriebene Tanz der Tochter von Herodes zu dessen Geburtstag, überliefert als der erotische Schleiertanz der Salome, soll ein Striptease gewesen sein. Auch später gibt es Erzählungen von solchen Tänzen in Adelshäusern.

Der erste öffentlich aufgeführte und historisch überlieferte Striptease fand heute vor 126 Jahren im Pariser Varietétheater Divan Fayounau statt. Die Künstlerin erhielt dafür eine Geldstrafe. Genau elf Jahre später entkleidete sich tanzend eine bis dahin unbekannte Tänzerin auf Einladung von Emile Guimet in dessen Museum vor einem ausgesuchten Publikum. Der Moment, in dem sie nackt zu sehen war, wurde eine Sensation. Der Name der Tänzerin war Mata Hari.

Im Deutschland der 1920er-Jahre sorgte die Schauspielerin und Tänzerin Anita Berber mit ihren nackt dargebotenen Ausdruckstänzen für Furore. Otto Dix malte sie so alt «wie sie nie wurde». Die deutsche Post brachte das Bild 1991 als Sondermarke heraus. Zur Zeit des Nationalsozialismus musste auch das Wort Striptease verdeutscht werden und hiess fortan Schönheitstanz. Erst in den vergangenen rund 20 Jahren sind mit den Chippendales auch männliche Stripper salonfähig geworden. 

In der Sache hat sich nichts geändert. Immer ging und geht es noch heute um das verführerische (englisch: to tease) Entkleiden vor Zuschauern. Nur wird man heute dafür nicht mehr gebüsst, sondern bezahlt.

 

xeiro ag