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Heute vor ... 13. April: Das Edikt von Nantes

Die Hugenottenkriege hatten Frankreich während 36 Jahren ermüdet. Im Gefolge der Reformation hat es auch in Frankreich mehr und mehr Anhänger des neuen religiösen Gedankenguts gegeben. Sie hielten sich mehrheitlich an die calvinistische Ausprägung des Protestantismus und wurden Hugenotten genannt. Die neuen Ideen führten zu Spannungen und so zu Kriegen. Schnell wurde aber auch klar, dass es nicht nur um religiöse Fragen geht. Eng damit verbunden waren auch Fragen von Macht und Einfluss.

Der Thronanwärter Heinrich IV, der selber protestantisch erzogen worden war und lange erfolgreich die Hugenotten gegen die katholische Liga geführt hatte, konvertierte schliesslich zum Katholizismus, da ein König in Frankreich katholisch zu sein hatte. Als König war ihm an einer Befriedung dieser beiden Konfessionen und damit des Landes sehr gelegen.

Und so unterzeichnete er heute vor 419 Jahren das Edikt von Nantes. Es gewährte den Protestanten Gewissensfreiheit und freie Religionsausübung in der Öffentlichkeit – mit Ausnahme von Paris und den Städten mit Bischofssitz. Adlige, die in ihren Schlössern Kapellen besassen, durften nichtöffentliche Gottesdienste nach protestantischem Ritus darin ausüben. Zudem durften die Hugenotten neue Kirchen erbauen. Gleichzeitig wurde aber festgehalten, dass der Katholizismus in Frankreich Staatsreligion sei. Diese und andere Bestimmungen brachten Ruhe und Frieden ins Land. Hinzu kommt, dass es Heinrich IV. zusammen mit seinem geschickten Finanzminister Herzog von Sully gelungen ist, Frankreich auch wirtschaftlich wieder auf Vordermann zu bringen. 

Das Edikt von Nantes würde heutigen Erwartungen an die Religionsfreiheit nicht mehr genügen. Aber immerhin bescherte es dem Land eine lange Phase des inneren Friedens. Und Friede ist allemal besser Krieg. 

xeiro ag