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Heute vor ... 1. Februar: Patty Hearst

Patty Hearst ist eine Enkeltochter von William Randolph Hearst. Dieser war einer der einflussreichsten Journalisten der USA, da ihm die grösste Zeitungskette gehörte und er zudem einer der reichsten Menschen der Welt war. Er war also zweifellos ein in jeder Hinsicht mächtiger Mann. Diese Tatsache versuchte sich die Symbionese Liberation Army (SLA) zu Nutzen zu machen, als sie 1974 seine Enkeltochter entführte.

Der Medienmogul lebte damals zwar schon lange nicht mehr, aber «Hearst» war immer noch ein klingender Name, und in dieser Familie musste ja wohl auch viel Geld vorhanden sein. 

Mit der Entführung von Patty Hearst wollte die SLA eigentlich zwei Mitstreiter, die im Gefängnis sassen, freipressen. Als sie merkten, dass dies nicht klappen würde, änderten sie ihre Forderungen und erpressten Geld, mit dem sie Lebensmittel kauften und in den Armenvierteln von San Francisco, Berkley und Oakland verteilten. Die linksradikale Terrorgruppe, die dem Maoismus nahe stand, sah sich und ihre Aktion ganz in der Tradition Robin Hoods. Die Entführung zog sich hin, und nach rund zwei Monaten liess die 19-jährige Patty via Audionachricht verlauten, dass sie sich der SLA angeschlossen habe. 

Dieser Mitteilung liess sie bald Taten folgen und beteiligte sich an mehreren Banküberfällen. Als sie festgenommen wurde, wurde sie u.a. dafür auch verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. 

Nun bleibt die Frage, ob sie sich freiwillig angeschlossen hat oder doch eher der Not gehorchend, um zu überleben. Letzteres konnte sie offenbar glaubhaft den zuständigen Autoritäten klarmachen, weshalb ihre Gefängnisstrafe erst reduziert und schliesslich von Präsident Carter im Zuge einer Begnadigung ganz ausgesetzt wurde. Heute vor 40 Jahren wurde sie aus der Haft entlassen. Für Patty Hearst aber bleibt die Sache etwas, das sie lebenslänglich begleiten wird.

 

xeiro ag