Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Held des Neujahrstages

Bestimmt gab es illegale Silvesterpartys. Man will sich gar nicht ausmalen, wie bei zunehmenden Alkoholkonsum die Coronabestimmungen in Vergessenheit gerieten.

  • Er hatte nichts mit der Sauerei zu tun, räumte aber trotzdem auf: Luca Bär. Foto: Thomas Stauber

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Wenigstens wurde dieses ausschweifende Eintauchen in das neue Jahr an der frischen Luft gefeiert. Die Familienfeuerstelle am Jakob-Ess-Weg am Fusse des Pfannenstiels mit der herrlichen Sicht über den See bietet sich für eine Silvestersause ja geradezu an.

Der Anstoss unseres Ärgernisses waren nicht nur die Gedanken zu den Verstössen gegen die derzeitigen Einschränkungen, sondern der vollkommen vermüllte öffentliche Platz. Wenigstens am nächsten Tag, wenn auch mit ordentlichem Brummschädel, hätte man sich der hinterlassenen Sauerei erinnern und ein Hauch von Verantwortungsgefühl aktivieren können. 

Wir trafen am Nachmittag einen jungen Mann bei einer Säuberungsaktion an. Zuerst dachten wir, er sei der Einzige der Partypeople, der sich berufen fühlte, den Dreck der Silvesternacht zu beseitigen. Es handelte sich jedoch um den 21-jährigen Luca Bär, der mit der Müllschlacht nicht das geringste zu tun hatte. Auf dem Spaziergang zu seiner Grossmutter nach Meilen entdeckte er die Schweinerei am Grillplatz und in den angrenzenden Wiesen. Luca Bär sammelte Stück für Stück diesen Müll ein. Er füllte die zwei vorhandenen Mülleimer, die von den Feiernden mitgebrachten unbenutzten Müllsäcke und belud Feldschlössli-Bierkartons mit Leergut und jede Menge achtlos zurückgelassene Transportgefässe, die ebenfalls herumlagen. Deshalb ist er unser «Held des Alltags». 

Über die Unverschämtheit und Rücksichtslosigkeit der Partygäste muss man weiter kein Wort verlieren. Wäre nicht Luca Bär des Weges gekommen, hätten Gemeindemitarbeiter viel Zeit damit verbracht, den Platz auf Kosten der Steuerzahler zu säubern.

Man soll stets das Positive stärker gewichten und die gewaltige Anzahl hirnloser Mitmenschen, die mit den Schnellzug durch die Kinderstube gebraust sind, in den Hintergrund drängen. Gut zu wissen, dass es junge Männer gibt, denen ein ehrenvolles Wertegefühl mitgegeben wurde. Dankeschön, Luca Bär! 

xeiro ag