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«Glück» im Unglück

Es ist kein Scherz: Seit dem 1. April hat das Café Glück auf dem Dorfplatz geschlossen. Zurzeit läuft die Suche nach einem Nachfolger.

  • Wer im Café «Glück» am Dorfplatz einkehren möchte, steht zurzeit vor verschlossener Türe. Foto: MAZ

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Im November 2015 eröffnete das «Glück» auf dem damals neu gestalteten Dorfplatz als Bistro mit integriertem Laden seine Tore. Inhaberin und Kommunikationsfachfrau Patricia Cecilia startete mit einem ganz neuen Konzept – der Verbindung von Gastronomie und Detailhandel. Die Gäste sollten mit hochwertigen Snacks aus fairer und Bio-Produktion ver-wöhnt werden und alle Spezialitäten sowie handverlesene Dekoartikel auch gleich kaufen und mit nach Hause nehmen können. Als Folge dieses Konzepts war es dem «Glück» als Ladengeschäft allerdings nicht möglich, sonntags oder abends zu öffnen.

Gemeinde hilft bei der Suche

«Es gab seitens der Betreiber schon länger Signale, dass es schwieriger ist als gedacht, dass der Geschäftsgang nicht den Erwartungen entspricht, und dass sie langsam nicht mehr mögen», sagt Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. Die Gemeinde habe sich deshalb sehr bemüht, Unterstützung zu bieten. Unter anderem hat man bereits im letzten Herbst mit dem Herrliberger Gastro-Experten Hans-Peter Stücheli Kontakt aufgenommen. Der gut vernetzte Profi soll dabei helfen, für das Café auf dem Dorfplatz eine geeignete Nachfolge zu finden und befindet sich im ständigen Austausch mit «Glück» und Gemeinde, wo sich vor allem die Gemeinderätinnen Verena Bergmann und Irene Ritz um den Fall kümmern.

Ungekündigter Mietvertrag

Der Gemeinde als Vermieterin des Lokals sei es sehr daran gelegen, dass möglichst bald wieder ein Café betrieben wird, sagt Irene Ritz. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung und habe auch schon mögliche Interessenten aktiv angegangen. Für die Nachfolge sind unterschiedliche Modelle denkbar – auch, dass der Mietvertrag modifiziert wird. Möglicherweise erschwerend ist, dass das «Glück» die vor dreieinhalb Jahren für das aktuelle Konzept massgeschneiderte Innenausstattung und die gesamte Küchentechnik an den Nachfolger oder die Nachfolgerin verkaufen möchte, denn eigentlich wird das Café im Rohbau vermietet. Der 2015 auf zehn Jahre abgeschlossene Mietvertrag ist indessen ungekündigt.

Trotz der schwierigen Ausgangssituation: «Wir sind zuversichtlich, dass man im Sommer auf dem Dorfplatz wieder etwas essen und trinken kann», sagt Irene Ritz. Die Inhaberin des «Glück», Patricia Cecilia, war für den Meilener Anzeiger bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

xeiro ag