Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Gegen die Vergänglichkeit

Die Gedenkplatten für die Dahingeschiedenen auf dem Gemeinschaftsgrabhügel sind zum Teil schon stark verwittert, die Namensinschriften sind verwischt und nur schwer lesbar. Das Moos breitet sich aus und liegt weich wie auf einer zarten Radierung.

Das gilt auch für die Gedenktafel, die mir besonders nahesteht, weil auf dieser als Erste eine Freundin meiner Frau und als Letzte meine Mutter aufgeführt sind. Sie geht auf das Jahr 2005 zurück.

Ich weiss nicht, wie lange die Gedenkplatten die Erinnerung an Verstorbene wachhalten sollen. Sicher gibt es in unserer durchorganisierten Welt ein Gesetz, das diese Frage regelt. Ich muss annehmen, dass die Zeit im Falle der oben erwähnten Gedenkplatte bald abläuft, so dass sich die Erneuerung des Schriftbildes für die Gemeinde nicht mehr lohnt. Andernfalls wäre es aber eine schöne Geste, die Schriften zu erneuern als kleines Zeichen gegen den heutigen lockeren Umgang mit der Vergänglichkeit.

xeiro ag