Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Für die Augen und die Ohren

Heute vor einer Woche fand im Ortsmuseum Meilen die Vernissage der Ausstellung «im focus» statt. Neben Unterwasserfotografien von Peter A. Schmid werden Architekturmalereien von Ulrich Pfammatter gezeigt. Matthias Ziegler umrahmte die Vernissage musikalisch.

  • Ulrich Pfammatter und Peter A. Schmid stellen noch bis am 17. Februar im Ortsmuseum aus. Fotos: MAZ

  • Matthias Ziegler spielte auf seiner selbst gebauten Bass-Flöte. Seine Musik ist inspiriert von seinen Reisen durch den Iran.

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Neben all den visuellen Eindrücken, die beim Gang durch das Museum entstehen, versetzte auch der musikalische Beitrag von Matthias Ziegler die Besucher in andere Wel-ten. Ziegler musiziert regelmässig mit Peter A. Schmid. Inspiriert von seinen Reisen in den Iran, spielte er Stücke auf seiner Flöte – einem Prototypen, den er selber mit einer Flötenbauerin angefertigt hat. 

Eigentlich sei es eine Querflöte, erklärte der Musiker, allerdings ist sie so umgebaut, dass man sie auf dem Boden abstützen kann. Geräusche, bei denen ein Flötist normalerweise darauf achtet, dass sie für den Zuhörer nicht hörbar sind, werden bei diesem Instrument absichtlich mit einem Mikrofon verstärkt. So werden die Atmung und die Klappengeräusche Teil des Musikstückes. In eingeweihten Kreisen wird das Instrument liebevoll «Hoover» genannt, weil es amerikanische Flötisten bei einem Kongress optisch an einen Staubsauger erinnerte. 

Die Künstler stellen sich gegenseitig vor

Auf eine klassische Laudatio wurde bewusst verzichtet. Die beiden Künstler, die sich erst seit dieser Ausstellung kennen, stellten sich gegenseitig selber vor. Auf die Frage, wie er seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt habe, meint Peter A. Schmid: «Bei Biologen gehört die fotografische Dokumentation eigentlich schon zum Beruf, und viele Biologen entdecken die Naturfotografie für sich. Mit den heutigen Möglichkeiten der Digitalfotografie haben sich viele Tore geöffnet, die ich jetzt gerne nutze. Wo man früher pro Tauchgang nur einen Film zur Verfügung hatte, kann man heute viel mehr Fotos machen und auch mehr experimentieren.» 

Aus der Naturfotografie kenne man eher Grosses, Imposantes. Mit der Zeit hat Peter A. Schmid jedoch angefangen, die Mikrostrukturen genauer anzuschauen, und was er sah, faszinierte ihn. Er setzt den Fokus in seinen Unterwasseraufnahmen auf das, was sonst nicht zu sehen ist. So entstehen aussergewöhnliche Bilder. Peter A. Schmid hat ausserdem eine zweite Passion, die Musik. Gemeinsam mit Matthias Ziegler veranstaltete er deshalb am vergangenen Sonntag «Tönende UnterwasserOberflächlichkeiten», eine Installation seiner Bilder mit Live-Musik. An der Finissage vom 17. Februar wird diese Installation mit Roland Schiltknecht am Hackbrett wiederholt. 

Peter A. Schmids nächste Projekte bewegen sich dann aber oberhalb der Wasseroberfläche: Fotografisch steht der Schneeleopard im Fokus. 

Am Anfang waren die Zigarettenpäckli

Ulrich Pfammatter, von Beruf Architekt, verbindet seinen Beruf und seine künstlerische Tätigkeit ebenfalls miteinander. Das Skizzieren von Gebäuden, Situationen oder Menschen gehörte schon immer zu seinem Leben: «Angefangen hat alles mit meinem Vater. Er rauchte früher Stella Filter. Die Rückseite dieser Zigarettenpäckli waren weiss, dort skizzierte er alles Mögliche. Das hat mich als Kind fasziniert. In der Mittelschule hatte ich dann einen genialen Zeichnungslehrer, der uns inspirierend verschiedene Stilrichtungen der Kunst näherbrachte. Und im Architekturstudium waren es schliesslich die unzähligen Farbkreise, die wir malen mussten, die mich begeisterten.»

Auf seinen Bildern sind immer auch Menschen zu finden. Obwohl es die Gebäude sind, die wichtig sind, sollen sie den Bildern Leben einhauchen. Und anders als in der Architektur müssen die Gebäude nicht immer im genauen Massstab gezeichnet werden. Ulrich Pfammatter erklärte, dass er auf seinen Bildern die Verhältnisse anpasst, damit ein ganzes, in sich stimmiges Kunstwerk entsteht. 

Die Personen sind übrigens frei erfunden und nicht abgezeichnet. «Die meisten Menschen auf meinen Bildern sind entweder von hinten oder von der Seite zu sehen, denn Portraits, vor allem die Gesichtszüge, sind sehr schwer zu zeichnen. Das ist aber auch gleich mein nächstes Projekt – ich möchte mich vertieft mit Portraits auseinandersetzen und mir die entsprechenden Fähigkeiten aneignen.» 

Zum Abschluss der Vernissage spielten Matthias Ziegler auf der Flöte und Peter A. Schmid auf der Bassklarinette gemeinsam fünf Miniaturen, bevor die Besucher zum Apéro geladen wurden. 

Die Ausstellung «im focus» im Ortsmuseum, Kirchgasse 14, dauert bis zum 17. Februar und ist geöffnet am Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Konzert mit Roland Schiltknecht und Peter A. Schmid: 17. Februar, 17.30 Uhr.

xeiro ag