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Friedfertige Blaue Holzbiene

Die Blaue Holzbiene wird fast drei Zentimeter gross und brummt eindrücklich. Wenn sie Bruthöhlen in morsches Holz bohrt – deshalb ihr Name –, produziert sie sogar Sägemehl.

  • Auch in Meilemer Gärten ist die Blaue Holzbiene zu Hause. Foto: Christine Stückelberger

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Lange war die Holzbiene in der Schweiz eher selten, weil sie Wärme liebt und braucht. Seit einigen Jahren ist sie jedoch regelmässig auch in unseren Breitengraden zu finden, vereinzelt sogar in Südschweden, jedoch nicht höher als bis auf 500 m ü.M. 

Der Stachel kommt nicht zum Einsatz

Wer sie sieht oder hört, schaut zweimal hin: Blaue Holzbienen erreichen eine Körperlänge von bis zu 28 Millimetern, haben schwärzliche, violett irisierende Flügel, einen metallisch glänzenden Rückenpanzer und einen meist schwarz behaarten Körper. Fast könnte man sie für eine Hummel halten, weil sie nicht nur ähnlich aussieht, sondern auch noch laut brummt. Dabei ist sie sehr friedfertig. Zwar besitzt sie wie jede andere Bienenart einen Stachel, setzt ihn aber nur ein, wenn sie sich wirklich stark bedroht fühlt, angriffslustig ist sie nicht.

Nektar ohne Gegenleistung

Anders als Honigbienen, die Staaten bilden, lebt die Holzbiene allein. Ihre Nistgänge nagt sie in stundenlanger Arbeit mit ihren kräftigen Mandibeln in Holz, am liebsten in bereits mürbes Totholz, wobei ein einzelnes Nest etwa fünf Zentimeter tief ist und entlang der Holzfaserrichtung in einem rechten Winkel mit einer Länge von zehn bis fünfzehn Zentimetern abknickt. Manchmal werden Nester von mehreren Bienen benutzt, dann kann es bis zu drei Meter lang werden.

Bei der Futtersuche wenden Holzbienen einen speziellen Trick an: Ist der Nektar zu tief in der Blüte versteckt, nagen sie ein Loch in die Blütenwand, um sich den Nektar auf direktem Weg zu holen. In diesem speziellen Fall erbringen sie also keine «Gegenleistung» in Form der Bestäubung der Blüte. 

Totes Holz nicht wegräumen

Um der Holzbiene ein Zuhause zu bieten, sollte man im Garten am besten die Stämme abgestorbener Bäume stehen lassen, Zaunpfähle oder Holzbalken nicht wegräumen oder an einer versteckten Stelle ein Insektenhotel aufstellen. Als Nahrungsquelle dienen vor allem Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütler, also z.B. Glyzinien oder Platterbsen. 

Zur Überwinterung dienen den Blauen Holzbienen Spalten, ihre Nester oder selbst gegrabene kleine Erdlöcher. Die Paarung findet dann im Frühjahr statt, und die Weibchen legen bis weit in den Sommer hinein ihre Nester an. 

xeiro ag