Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Figürlich realistische Malerei

Der Meilemer Kunstmaler Thomas Severin Spuhler stellt in der Raiffeisenbank aus. Er nimmt Anleihen bei verschiedenen Stilrichtungen auf, aber man erkennt immer sofort seine Handschrift.

  • Thomas Severin Spuhler: einmalige Darstellung von Unschuld und Keuschheit, Schönheit und Neugierde. Foto: zvg

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Thomas Severin Spuhlers Atelier befindet sich an der Dollikerstrasse 29. Er stellte bereits vor einiger Zeit zusammen mit anderen Meilemer Künstlerinnen und Künstlern einige Bilder im Ortsmuseum aus. 

Spuhler ist ein Mensch, der in seinen Bildern viele Fragen stellt, er ist ein Suchender, gesellschaftskritisch und hält uns einen Spiegel vor, aber er ist auch ein grandioser Erzähler. Er nimmt uns mit auf seine Reise und stellt uns laufend vor Rätsel. 

Zum Nachdenken und Philosophieren bringt uns die Darstellung eines jungen Mädchens, das im Schneidersitz in einer grünen Wiese sitzt. Dem Betrachter hält es einen Spiegel vor, der ihren ganzen Körper verdeckt, aber das Grün der Landschaft wiederspiegelt. Der Betrachter ist nun mit seiner Fantasie sich selbst überlassen – eine einmalige Darstellung von Unschuld und Keuschheit, Schönheit und Neugierde. 

Bei neueren Bildern wird Spuler sehr kritisch und nachdenklich. So etwa im Bild «Neubeginn der Natur». Alles ist im Haus zerfallen, Fenster und Dach kaputt, aber Eva, von Efeu umrankt, strahlt in jugendlicher Schönheit und symbolisiert den Neubeginn. 

In den kleineren Bildern, greift die Technik nach dem Menschen. Michelangelos Hand aus der sixtinischen Kapelle ragt ins Bild und berührt eine metallische Hand. Ausgezeichnet passt der fotorealistische Elefant im Porzellanladen in eine Bank. Er steht wohl ironisch für vieles in der Bankenwelt. 

Spuhlers Vielseitigkeit zeigt sich auch im einmalig schönen Panorama «Das graue Zürich». Es ist eine Sicht von der Waid auf die Stadt, gemalt nur in Grautönen, aber in diesen Abstufungen schon fast farbig. Trotz dem Grau erkennt man die Schönheit Zürichs. 

Wer die Klassik liebt, freut sich an der hervorragenden Kopie von Raffaels «Schule in Athen». Spuhler malt auch Porträts im Auftrag. 

Es spricht für die Leitung der Raiffeisenbank Meilen, dass sie diesem in seinen Bildern nicht einfachen und sehr anspruchsvollen Maler Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Verfügung stellt. Weitere Bilder von Spuhler sind momentan auch bei der Evangelischen Freikirche Chrischona, Meilen, zu sehen. 

Ausstellung mit Bildern von Thomas Severin Spuhler, Raiffeisenbank, Dorfstrasse 110, Meilen. Öffnungszeiten: Montags bis freitags 8.30 – 12.00 und 14.00 – 17.00 Uhr. Bis 31. Dezember 2018.

xeiro ag