Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

«Fascht es Chrischtchindli»

Kurz vor Weihnachten, am Sonntag, 20. Dezember wird Max Brändli 90 Jahre alt – Obstbauer, Baumexperte, Alt-Gemeinderat.

  • Max Brändli wohnt bis heute in dem Haus, in dem er geboren worden ist. Foto: Erika Panday

1/1

Sowohl das 1770 erbaute Weinbauernhaus an der Dollikerstrasse in Obermeilen als auch der immer noch funktionstüchtige Kachelofen in dessen 1. Obergeschoss stehen unter Heimatschutz. Seit 1917 befindet sich die Liegenschaft im Besitz der Familie Brändli, mittlerweile sind es fünf Generationen, die darin wohnten. Wie früher üblich, baute man ineinander übergehende Häuser, so ist es auch beim Haus Brändli der Fall. Im Büchlein «Meilen entdecken» beschreibt Ortshistoriker Dr. Peter Kummer das Haus in vielen interessanten Details, mit architektonischen und geschichtlichen Besonderheiten.

Max Brändli wurde dort geboren und wohnt immer noch dort. Er trat in die Fussstapfen seines Vaters, der Obstbauer war. Nach den Grundschulen in Meilen und Obermeilen war er in Vullierens sur Morges, machte hernach eine Landwirtschaftslehre im Grüt, Uetikon, absolvierte eine Schule im Strickhof und besuchte immer wieder Kurse, um sich das nötige Rüstzeug als Obst- und Beerenbauer anzueignen. 1954 bildete er sich zum Berufsbaumwärter weiter. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Niederstammvereinigung.

Max Brändli erledigte ab dem Jahr 1955 auch die Milchkontrolle für die Viehzuchtgenossenschaft, welche Tätigkeit er 53 Jahre lang ausübte. Ausserdem war er Vorstandsmitglied des landwirtschaftlichen Vereins Meilen (Landi).

Während des 2. Weltkrieges wurden die Bauern verpflichtet, für die Brotproduktion mehr Getreide anzubauen. Max Brändli war 40 Jahre lang Ackerbaustellenleiter. Hier reichte die Spannweite von der Umsetzung der einschlägigen Massnahmen von Bund und Kanton auf dem Gebiet des gesamten Ackerbaus, z.B. Vorbereitung sämtlicher Beitragsleistungen, bis hin zu Abklärungen und Kontrollen.

Daneben sind aber auch die zusätzlichen Erhebungen bei den Vieh- und Betriebszählungen zu nennen. Max Brändli erledigte das immer unbürokratisch und ohne überflüssigen Papierkram zugunsten der direkt betroffenen Landwirte. 

Von 1970 bis 1978 war er im Gemeinderat Meilen, er betreute die Land- und Forstwirtschaft und war Mitglied verschiedener Kommissionen, wie Vormundschaftsbehörde und Grundstücksteuerkommission (während dieser Zeit kam auch Christoph Blocher in den Gemeinderat). 

Wer sich auch nur einen rudimentären Überblick über das weitverzweigte Umfeld im Sektor Landwirtschaft verschafft, staunt ob der Vielfalt der einzelnen Teilbereiche.

In Feldmeilen, im Sunnerai, haben die Brändlis seit 1995 eine Bio-Niederstamm-Anlage für Äpfel und Birnen in Pacht. Max Brändlis Sohn Martin führt heute den Betrieb (inzwischen wurde ganz auf Bio umgesattelt) und verkauft sein Kern- und Steinobst sowie seine Beeren in Zürich auf dem Bürkliplatz. Früher half der Vater beim Sohn tatkräftig mit. Heute reichen dazu die Kräfte nicht mehr aus.

Max Brändli heiratete 1958 Trudi Egolf aus Männedorf. Das Ehepaar hat drei Kinder, sechs Enkel und vier Urenkel. Zu allen wird ein sehr guter, intensiver Kontakt gepflegt. Als seine Frau krank wurde, pflegte sie ihr Mann zehn Jahre lang zuhause, jetzt ist Trudi Brändli in der Wäckerlingstiftung. 

Er kocht meistens selbst und schmeisst seinen kleinen Haushalt. Zwischendurch isst er bei seinem Sohn Martin und seiner Schwiegertochter, die im gleichen Haus wohnen; seine Schwiegertochter leitet ein Pferdegestüt.

Max Brändli hat immer etwas zu tun: Er pflegt das Grundstück rund ums Haus, u.a. betreut er 15 Kübelpflanzen, die im Sommer mit Oleander bepflanzt sind. Jetzt hat er sie durch winterharte Gewächse ersetzt. Am Dollikerweg hat er zudem einen Garten, dort zieht er Gemüse, Beeren und Blumen. Und er sägt und spaltet Holz für seinen vom Korridor aus beheizbaren Kachelofen, die Holzstücke müssen akkurat abgemessen sein, damit sie in den Ofen passen.

Wir wünschen dem rüstigen Jubilar alles Gute zum 90. Geburtstag und dass er noch manche Jahre gesund und zufrieden in seiner vertrauten Umgebung und seinem gemütlichen Heim verbringen kann. 

xeiro ag