Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Es stellen sich Fragen

Die Gäste staunten – das Restaurant ist geschlossen. An Türen und Fenstern hängt eine Mitteilung des Konkursamtes Meilen. Das ist schlecht für ein «belebtes» Dorfleben. Die betriebswirtschaftlichen oder Führungsfragen kann man aussenstehend nicht beurteilen. Es gibt aber Indizien, die mindestens darauf hindeuten, dass die finanziellen Chancen vorhanden sein könnten. So weit so gut – das «Bahnhöfli» ist zu und fehlt uns, und die betroffenen acht Mitarbeitenden sind ohne Arbeit!

Da stellen sich Fragen allgemeinerer Natur. In Meilen sind in den letzten Jahren viele Restaurants verschwunden. Bekanntlich ist Lage, Lage, Lage das primäre Erfolgsrezept in der Restauration, erst dann kommen Konzept, Angebot, Preisgestaltung zum Zug. Das wäre ja beim Bahnhöfli oder beim Cafe «Glück» somit gegeben. Allerdings sind jetzt beide zu, und die Gemeinde subventioniert beim «Glück» den Übergang zu neuen Betreibern. 

Sicher ist, dass Meilen vom Angebot in der Stadt Zürich stark konkurrenziert wird. Das lässt sich nicht ändern. Sicher ist auch, dass der für Gastgewerbebesuche verfügbare Franken begrenzt ist – selbst in reichen Gemeinden wie der unseren. Deshalb sollten die Behörden vorsichtig damit sein, jedem Neubauprojekt zwecks Attraktivitätssteigerung noch eine Cafeteria zu bewilligen. Ebensowenig Sinn macht eine Fondue-Hütte, die während offenbar einem Vierteljahr den unteren Gemeindeplatz beleben soll, und die Gastbetriebe vor Ort schädigt. Denn Käsegerichte als Winter-Menu können auch die hiesigen Anbieter produzieren.

So hofft man für Meilen und fürs «Bahnhöfli» auf eine Lösung für die Zukunft – mit Auflagen baulicher oder hygienischer Art, die einen Betrieb ermöglichen. Lage und Angebot fanden Anklang, das zeigten auch die oft gut besetzten Tische.

 

xeiro ag