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Erstes Vollelektro-Sammelfahrzeug am Zürichsee

Die Schneider Umweltservice AG strebt längerfristig eine emissionsfreie Logistik an. Letzten Freitag wurde das erste vollelektrische Sammelfahrzeug aus der Flotte vorgestellt.

  • In Meilen wurde das neue Gefährt am vergangenen Dienstag erstmals für die Kehrichtabfuhr benutzt. Fotos: MAZ

  • Hansjürg Denier freut sich auf die Touren mit dem neuen Elektro-Sammelfahrzeug.

  • René Schneider (rechts aussen) mit Vertretern der Gemeinden Herrliberg, Meilen, Uetikon a.S., Männedorf und Stäfa.

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Äusserlich hebt sich das neue Sammelfahrzeug, das im Hof der Wertstoffsammelstelle glänzt, nicht wesentlich von den anderen rund 120 Fahrzeugen ab, welche für die Firma heute zwischen Winterthur und Luzern unterwegs sind. Einen grossen Unterschied gibt es aber: Betrieben wird das lindengrüne Fahrzeug vollständig mit Ökostrom. 

«Der Fussabdruck, den wir mit unserer Flotte hinterlassen, ist relativ gross. Deshalb haben wir uns sehr intensiv mit unseren Möglichkeiten auseinandergesetzt, diesen zu verringern»: Das vollelektrisches Sammelfahrzeug sei der erste Schritt hin zu einer emissionslosen Logistik, sagte Geschäftsführer René Schneider. 

Im vergangenen Jahr wurde der «Futuricum», ein elektrisches Nutzfahrzeug der Firma «Designwerk», getestet. Als Teststrecke musste die topografisch schwierigste Route in der Gemeinde Herrliberg herhalten. Die Tests verliefen erfolgreich und gaben schliesslich den Ausschlag, den Schritt zu wagen und bei «Designwerk» ein Fahrzeug in Auftrag zu geben. Speziell bei der Batterie musste allerdings stärker auf die Bedürfnisse von Schneider geachtet werden. Bei den Tests war die Batterieleistung nämlich noch zu gering. 

Im Kanton Zürich ist es erst das zweite vollelektrische Sammelfahrzeug, welches in Betrieb genommen wird. Nummer eins fährt seit gut zwei Wochen in der Stadt Zürich.

Gleiche Nutzlast bei mehr Gewicht

Mit einem Leergewicht von gut 17 Tonnen ist das Fahrzeug mit Volvo-Chassis eine Tonne schwerer als sein mit Diesel betriebenes Pendant. Das ist auf das Gewicht der Batterie zurückzuführen, die rund 1,2 Tonnen auf die Waage bringt. Da das neue Fahrzeug aber eine Tonne mehr Gewicht laden darf, ist die Nutzlast beider Sammelfahrzeuge in etwa gleich. Nicht jedoch die Kosten: Der Elektro-LKW, in dem BMW-Module verbaut wurden, kostet (ohne Aufbau) rund eine halbe Million Franken und somit das Vierfache eines Dieselfahrzeugs. Inklusive Aufbau kommt das Elektro-Sammelfahrzeug auf 650‘000 Franken zu stehen. 

Vorteil für Mitarbeiter und die Umwelt

Dafür ist der Nutzen für Mensch und Umwelt enorm. Mit dem Einsatz eines elektrischen LKWs können pro Jahr an die 100 Tonnen CO2 gespart werden. Auch die Lärm- und Abgasbelastung in den Quartieren entfällt fast ganz. Und für die Mitarbeiter, die von der Schneider Umweltservice AG stets in die Tests miteinbezogen wurden, resultieren gesundheitliche Vorteile. Das Fahrzeug fährt viel ruhiger, ruckelt beim Anfahren kaum und ist so für den Chauffeur und die Belader schonender für den Rücken und die Gelenke. Zudem fällt die Abgasbelastung für die Belader, die hinten auf dem Fahrzeug mitfahren, komplett weg. «Und: Die Kommunikation ist viel einfacher, weil das Fahrzeug leiser ist», sagt Chauffeur Hansjürg Denier. Wie beim Diesel auch sind Fahrer und Belader über Funk miteinander verbunden. 

Ein Tag pro Partnergemeinde

Sofort beim Projekt mit dabei waren die fünf Partnergemeinden Herrliberg, Meilen, Uetikon a.S., Männedorf und Stäfa, die den Einsatz des elektronischen Sammelfahrzeugs mit je 4000 Franken jährlich mitfinanzieren. Das deckt die Hälfte der Mehrkosten ab, die für Schneider Umweltservice entstehen. 

Eingesetzt wird der Elektro-LKW auf verschiedenen Sammelrouten für die Kehricht-, Karton- oder Grünabfuhr. Jede der Partnergemeinden darf das leise, abgasfreie Sammelfahrzeug einen Tag pro Woche geniessen. In Meilen wurde es am vergangenen Dienstag erstmals für eine Tour der Kehrichtabfuhr eingesetzt. 

xeiro ag