Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Einkaufen in Zeiten von Corona

Seit Montagabend hat sich die Lage rund um Covid-19 erneut stark verändert. Der Bund hat seine Massnahmen verschärft. Restaurants, Bibliotheken und weitere Ladengeschäfte mussten schliessen.

Besonders hart trifft es die Gastronomie und Verkaufsläden, die nicht für die Notversorgung der Bevölkerung zuständig sind. Lebensmittelläden, Arztpraxen, Apotheken, Drogerien, Post-, Bank- und Bahnschalter, Tankstellen, Kioske, Hotels, soziale Einrichtungen oder die öffentliche Verwaltung bleiben geöffnet. Ebenfalls weiterhin erlaubt sind Take-Aways und Lieferservices. 

Restaurants müssen umplanen

Einige Restaurants in Meilen bieten einen Lieferservice an. So beispielsweise der «Barfüsser» im ehemaligen Restaurant Bahnhof. Das Take-Away-Angebot des auf Sushi spezialisierten Lokals bleibt bestehen, und die Kunden werden auch per Lieferservice bedient. Andere Wirte hingegen wissen noch nicht, ob sie die Umstellung auf einen Lieferservice in Angriff nehmen können. Die Wirtschaft zur Burg, das Restaurant Alte Sonne oder auch der Alpenblick in Toggwil haben noch keine abschliessende Entscheidung getroffen. Momentan sind sie geschlossen. 

Geschlossen ohne Take-Away-Angebot bleiben etwa das Thai Orchid, das Restaurant Hochwacht, das Restaurant Alti Poscht und der Hirschen, wo das ganze Haus geschlossen ist, obwohl Hotelbetriebe eigentlich weiterhin erlaubt sind. Ebenfalls definitiv zu ist der Löwen. «Meilen hat bereits ein gutes Angebot an Lieferservices, auch von auswärts, darum kommt das für uns momentan nicht in Frage», sagt Löwen-Wirt Marcel Bussmann. Er ist mit seinem Team daran, die Lebensmittel wenn möglich einzufrieren und für die Lagerung vorzubereiten. Verderbliche Waren, die nicht lange haltbar sind, will Marcel Bussmann spenden. Er hat dazu mit der Nachbarschaftshilfe der Wachtvereinigung Dorf Kontakt aufgenommen. Auch andere Organisationen wären eine Option.

Toner oder Büromaterial auf Bestellung 

Während die Ladengeschäfte geschlossen bleiben müssen, können einige Unternehmer auf ihre Online-Shops ausweichen. So können Büromaterial, Papeteriebedarf und Toner für den Drucker in den Online-Shops von Papeterie Köhler oder Foto Sabater bestellt werden. Daniel Sabater ist für Spezialanfragen telefonisch erreichbar. Auch auf Blumen müssen die Meilemerinnen und Meilemer noch nicht ganz verzichten. Sowohl Jelka Schraner von der Flower-Bar wie auch Urs Klaus von Klaus Blumen bestätigen auf Anfrage, dass sie Bestellungen weiterhin annehmen und ausliefern. «Solange ich Blumen an der Börse kaufen kann, werde ich meine Kunden beliefern», sagt Jelka Schraner. Ganz auf Online-Bestellungen setzt auch Resailing.ch. Das Meilemer Unternehmen fertigt tolle Taschen aus alten Segeln. 

Apotheken und Drogerien bleiben offen

Weiterhin geöffnet sind Apotheken, Drogerien und Optikergeschäfte, da sie die Grundversorgung sicherstellen. Reto Cordioli von Zürisee Optik an der Kirchgasse sagt: «Linsen oder Pflegeprodukte kann ich problemlos auch per Post an meine Kunden senden. Trotzdem habe ich weiterhin von 9 bis 12 Uhr geöffnet, um im Notfall auch vor Ort sofort zu helfen.» Ähnlich handhaben es auch Marco Masucci und Thomas Flad von Schneider-Optik und Akustik: «Was per Post verschickt werden kann, soll telefonisch oder per Mail bei uns bestellt werden. In Notfällen werden wir für unsere Kunden da sein, aber wir möchten den Kundenandrang im Geschäft so gering wie möglich halten», sagt Marco Masucci. 

Sowohl bei der Rothaus-Apotheke wie auch bei der Apotheke Dr. Rebhan sind Hauslieferungen möglich, wobei Risikopatienten prioritär behandelt werden. Momentan sind beide Apotheken auf eine Zunahme an Bestellungen eingestellt. Die Rothaus-Apotheke hat personell so aufgestockt, dass Postversand und Lieferungen gewährleistet sind. Die Apotheke im Zentrum Feldmeilen und die Drogerie Roth können momentan keine Lieferungen anbieten: «Wir brauchen unsere Mitarbeitenden im Laden, um umfassend für die Kunden da sein zu können», sagt Thomas Roth. 

Lieferservice für Getränke und Esswaren

Weiterhin offen haben alle Lebensmittel- und Getränkeläden: Migros, Coop, Volg, der Getränkemärt Rauch, die Fischerei Grieser und auch Bäckereien bleiben für die Kunden zugänglich. Während die Volg-Filialen uneingeschränkt geöffnet bleiben, muss der Landi Teile des Ladens absperren, denn verkauft werden darf nur, was für die Grundversorgung nötig ist. Die Fischerei Grieser baut derweil ihr Take-Away-Angebot aus und liefert auf Anfrage den Fisch direkt vor die Haustüre. «Solange wir Kapazitäten haben, liefern wir unser Sortiment auch aus. Prioritär behandelt werden dabei Risikopatienten und ältere Personen», erklärt Monika Grieser. Und Roman Hämmig vom Getränkemärt Rauch versichert: «Wir haben bereits vor Corona Hauslieferungen gemacht, und das bleibt so.» 

Während bei LeShop, dem Bestellservice der Migros, alle Lieferfenster bis Ende Monat bereits vergeben sind, kann beim Volg eine Heimlieferung auf den nächsten Tag momentan noch gewährleistet werden, wie Andreas Schaad, Geschäftsführer der Landi mittlerer Zürisee erklärt: «Wer online auf  www.volgshop.ch eine Heimlieferung bestellt, erhält sie mit der normalen Post. Die Bestellungen werden direkt im Laden abgepackt. Das heisst, Produkte, die im Laden vorübergehend nicht verfügbar sind, sind auch online nicht zu haben. In diesem Fall nehmen wir mit den Kunden Kontakt auf.» Zudem stellt er klar, dass keine Versorgungsengpässe zu erwarten sind. Selbst wenn ein Produkt einmal ausverkauft ist, kann es nachbestellt werden. 

xeiro ag