Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Eine konzertante Familienangelegenheit

Der Dirigent des Sinfonie Orchesters Meilen, Kemal Akçag, wartet stets mit hervorragenden Solistinnen und Solisten auf; das ist sich das anspruchsvolle Publikum gewöhnt. Am diesjährigen Winterkonzert handelte es sich dabei gar um seine Tochter Céline Akçag.

  • Dirigent Kemal Akçag mit seiner Tochter, der Mezzosopranistin Céline Akçag. Foto: zvg

1/1

Die preisgekrönte Mezzosopranistin, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr von ihrer Mutter Edith Akçag unterrichtet wurde, begeisterte die Konzertbesucher mit ihrer warmen und vielseitigen Stimme. 

In sechs der Orchesterlieder aus «Des Knaben Wunderhorn» von Gustav Mahler (1860-1911) sang sie sich vollendet in die unterschiedlichen Stimmungen und Szenen. Die Wandelbarkeit von Céline Akçags Stimme, ohne dass sie jemals von ihrer Schönheit einbüsste, ist bemerkenswert. 

Mahlers Tempo- und Interpretationsangaben sind anstelle der gängigen italienischen Begriffe in deutscher Umgangssprache gehalten. Die junge Sängerin, die just am ersten Konzerttag ihren 25. Geburtstag feierte, interpretierte die Lieder also gemächlich, unheimlich bewegt, verträumt, behäbig, humorvoll oder keck. Der langanhaltende Applaus bescherte dem Publikum als Zugabe den «Samba Classico» von Heitor Villa-Lobos, in welchem Céline Akçag auch ihre dramatische Seite unter Beweis stellen konnte. Es war ein Genuss! Und auch dem Orchester muss man einmal mehr ein grosses Kompliment aussprechen. Es hat die Mezzosopranistin auf gewohnt hohem Niveau begleitet.

Der Konzertabend wurde eröffnet mit der Ouvertüre im italienischen Stil D-Dur D 590 von Franz Schubert (1797-1828). Das erste weltliche Werk Schuberts gelangte 1818 in Wien erstmals zur Aufführung.

Mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 4 in d-moll von Franz Liszt (1811-1886) wurde der Winterkonzert-Abend abgerundet. Die Rhapsodie bietet viele solistische Möglichkeiten, vor allem für die Bläser.

Der Dirigent durfte sich glücklich schätzen, die Soli mit fantastischen Musiker und Musikerinnen aus den eigenen Reihen besetzen zu können. Besonders zu erwähnen sind die Flötistin Regula Voss-Munz und die Harfenistin Felicias Sigrist. Schön wars!

xeiro ag