Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Eine Aufgabe für Jahrzehnte

Am Jahresanlass durfte Stefan Wirth, Ortsparteipräsident «Die Mitte Meilen», Dr. Gerhard Pfister als Referent begrüssen. Das Thema: «Ökologische Wirtschaft – Das Modell der Zukunft?» Rund 30 Interessierte kamen ins Badhüsli Feldmeilen.

  • Interessiert verfolgten die Gäste die Ausführungen von Gerhard Pfister.

  • Der Ortsparteipräsident (links) übergab dem Parteipräsidenten Schweiz einen guten Meilemer Tropfen. Fotos: zvg

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Parteipräsident Gerhard Pfister ging von der aktuellen Situation aus. Dass eine Pandemie sich ausbreiten könnte, war seit vielen Jahren als eine der grössten Gefahren bekannt. Dennoch waren wir – rückblickend gesehen – nicht gut vorbereitet, zahlreiche im Voraus als notwendig erkannte Massnahmen waren nicht getroffen worden. 

Das Ziel der Klimaneutralität ist anerkannt

Der Klimawandel ist eine Tatsache und wir müssen uns auf die Folgen vorbereiten. Wie werden die von uns jetzt getroffenen Massnahmen wohl in dreissig Jahren beurteilt werden? Auch was die Ursachen des Klimawandels betrifft, besteht ein breiter Konsens, auch hier ist der Handlungsbedarf anerkannt. Allerdings verursacht die Schweiz direkt weniger als ein Prozent der Treibhausgase. Das bedeutet, dass all unsere Massnahmen durch die globale Entwicklung übersteuert werden. Dennoch können wir uns nicht aus der Verantwortung verabschieden und müssen unseren Beitrag leisten. Auch hinter dem Ziel, dass die Schweiz die Klimaneutralität bis 2050 erreichen soll, dürfte eine grosse Mehrheit der Bevölkerung stehen. Gerhard Pfister erwartet daher eine deutliche Annahme der Gletscherinitiative. Hätte der Bundesrat die Abstimmung nicht zeitgleich mit den Agrarinitiativen angesetzt, wäre das  CO2-Gesetz seiner Ansicht nach angenommen worden. 

Umsetzung anspruchsvoll

Bei der Umsetzung wird es schwierig, sobald die dafür nötigen Massnahmen etwas kosten oder mit Einschränkungen verbunden sind, denn wir sind es gewohnt, unseren Lebensstandard zu halten. Das hat die Abstimmung über das CO2-Gesetz gezeigt. Nach dessen Ablehnung findet es der Präsident von «Die Mitte Schweiz» richtig, dass ein neues Klimagesetz beschlossen wird, welches ohne neue Abgaben und ohne die Einrichtung von Geldtöpfen auskommt, bei denen nicht im Voraus klar ist, wer und welche Aufgaben davon profitieren. Der Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Es stehen auch unangenehme Entscheidungen an. Das zeigt sich in der Energiewirtschaft. «Die Mitte» wird sich für eine gute neue Gesetzesvorlage einsetzen, die das Ziel der Klimaneutralität verfolgt. 

Namenswechsel ist gut angekommen

In Zug, dem Herkunftskanton von Gerhard Pfister, bestand kein Bedarf für eine Umbenennung der CVP in «Die Mitte», denn in den Stammlanden war das «C» im Parteiname kein Hindernis. In grossen reformierten Kantonen wie Zürich und Bern wurde die Partei jedoch zu Unrecht immer noch als katholische Partei wahrgenommen, was sie seit Jahrzehnten nicht mehr ist. So hatte Pfister immer wieder hören müssen, dass Leute die CVP nicht wählen wollten, obwohl sie gemäss SmartSpider die beste Übereinstimmung mit ihrer politischen Position aufwies. Der Parteipräsident sagte, er sei überrascht, wie gut der neue Name «Die Mitte» bei der Parteibasis aufgenommen wurde. So kam es nur zu ganz vereinzelten Austritten deswegen, aber zu vielen Neueintritten – und dies, was ihn sehr freue, vor allem bei der Jungpartei. Doch beweisen müsse sich die Trendwende bei den nächsten Wahlen.

xeiro ag