Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Ein Wert für die Rekordbücher

Beim ersten grossen Rendez-vous nach dem Lockdown präsentierte in Meilen eine Grosszahl an Schweizer Topathleten am vergangenen Samstag erstklassige Leistungen. Und auch die jungen LCM-Vertreter liessen aufhorchen.

  • Tobias Kneller, Nr. 107, (Dreisprung und 800 m), Theo Mächler, Nr. 129, und Morris Deiss, Nr. 44, (3000 m) qualifizieren sich mit super Leistungen für die Schweizer Meisterschaft.  Fotos: immoman.ch

  • Tobias Kneller, Nr. 107, (Dreisprung und 800 m), Theo Mächler, Nr. 129, und Morris Deiss, Nr. 44, (3000 m) qualifizieren sich mit super Leistungen für die Schweizer Meisterschaft.  Fotos: immoman.ch

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Aufgrund des Corona-Schutzkonzeptes waren an die Organisatoren des Meilener Meetings hohe Anforderungen gestellt: nie mehr als 300 Leute auf dem Platz, keine Zuschauer, keine Garderoben. Dennoch bot der LC Meilen ein breites und attraktives Angebot, unter anderem durch die Aufteilung auf zwei Meeting-Blöcke mit kurzer Pause dazwischen. Ein Programm über fast neun Stunden war die Folge. 

Es war eine anspruchsvolle Angelegenheit. «Wir haben den Ablauf x-Mal durchgerechnet», sagte der Verantwortliche für den technischen Ablauf, Andreas Kundert.  Der Aufwand machte sich bezahlt. Insgesamt 500 Athletinnen und Athleten erhielten eine Startgelegenheit, und es resultierten etliche erstklassige Leistungen.

Del Ponte mit Allzeit-Bestleistung

Im Flachsprint sorgte die Tessinerin Ajla Del Ponte für das Ausrufezeichen. Sie trumpfte über die selten gelaufenen 150m mit einer Schweizer Allzeit-Bestmarke auf: 16,67. Sie steigerte ihren Bestwert von Vorwochenende nochmals um vier Hundertstel. Im Vergleich zum Saisoneinstandsrennen fühle sie nun «aktiveres Arbeiten mit den Füssen». Auf dieser Basis will sie weiter aufbauen. Und festzuhalten gilt: Es handelt sich um eine Leistung mit internationaler Qualität. 

Zumindest wieder auf dem Weg dorthin befindet sich auch Hürdensprinterin Noemi Zbären. Die Bernerin, 2015 WM-Finalistin und U23-Europameisterin, wurde durch etliche Verletzungen gebremst. Jetzt ist sie wieder beschwerdefrei und steigerte sich zu Saisonauftakt um weitere acht Hundertstel. «Cool», strahlte sie

Brands «Heimspiel»

Dany Brand, der 400-m-Hürden-Spezialist aus Rüti, verbesserte über 300m Hürden seine persönliche Bestmarke um 23 Hundertstel auf 35,37 Sekunden. Auf Position 2 in der Schweizer Allzeit-Hierarchie schob er sich vor. «Ich bin sehr happy», sagte der U23-EM-Zweite von 2017. Erwähnung verdienen auch die beiden Nachwuchs-Mehrkampftalente Simon Ehammer und Annik Kälin. Der U20-Europameister sprach davon, dass es «darum geht, die Lockerheit zu finden». 7,60m im Weitsprung, 1,99m im Hochsprung sowie 14,06 Sekunden über 110m Hürden zeugen davon, auf welch hohem Niveau er dies tat.

Dasselbe gilt für Kälin. Mit zwei persönlichen Bestmarken kehrte sie von ihrem Saisoneinstand zurück. Mit hervorragenden 6,46m im Weitsprung sowie 13,41 über 100m Hürden. «Das Training während des Lockdowns zahlt sich aus», sagte sie. Kraftmässig und bezüglich Schnelligkeit glückten ihr Fortschritte. Mit Simon Wieland und seinen 76,88m im Speerwerfen bewies auch ein anderer U20-Euorpameister seine gute Form.

Zwei grosse Namen des Schweizer Sports massen sich über 3000m: Nicola Spirig und Tadesse Abraham. Um Standortbestimmungen handelte es sich sowohl für die Triathlon-Olympiasiegerin wie für den Halbmarathon-Europameister. Mit Zeiten von 9:37,31 Minuten, respektive 8:20,58 zeigten beide ihr Potenzial auf.

Erfreuliche Meilener Akzente

Auch die Vertreterinnen und Vertreter des LC Meilen setzten Akzente. Über vier weitere Limiten für die Schweizer Meisterschaften freuten sie sich – nicht weniger als sechs sind es nun bereits. Doppelt erfolgreich in seinem ersten Wettkampf als Bahnleichtathlet war Tobias Kneller. Der 17-Jährige landete im Dreisprung bei 12,35m und knackte die Limite (11,60m) deutlich. Nur kurz später doppelte er über 800m nach und blieb mit 2:00,60 Minuten über 6 Sekunden unter dem SM-Minimalwert. 

Bei ihren Bahnpremieren über 3000m unterboten die U18-Athleten Moris Deiss und Theo Mächler sogleich die Zehnminutengrenze (9:57,86 und 9:58,92) und die Limite. Die erst 14-jährige Hochspringerin Céline Weber bestätigte in ihrem ersten Wettkampf seit dem Lockdown mit 1,60m ihre Qualitäten. Cyrill Rüttimann – bereits qualifiziert gewesen – absolvierte einen Schnelligkeitstest über 800m (2:09,61)

xeiro ag