Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Ein Grund für einen Tusch!

Der beliebte Konzertabend des Sinfonie Orchester Meilen (SOM) wurde am vergangenen Freitag in mehrfacher Hinsicht zu einem besonderen Anlass.

  • Catrina Erb Pola (links) und Alain Chervet (rechts), Co-Präsidenten der Mittwochgesellschaft Meilen, übergaben den Kulturpreis 2019 dem Dirigenten und der Präsidentin des Sinfonie Orchesters Meilen, Kemal Akçag und Tina Calonder Forster. Foto: MAZ

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Das beliebte Orchester, das inzwischen zu einer der besten Amateurformationen der Schweiz gehört, darf in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern. Ausserdem wurde ihm von der Mittwochgesellschaft der Kulturpreis 2019 für seine besondere kulturelle und künstlerische Leistung verliehen.

Dirigent und Leiter Kemal Akçag, der das Orchester kontinuierlich auf das heutige Niveau gebracht hat, ist stolz und erfreut über dieses Zeichen der Anerkennung. In seiner bescheidenen Art gab er das Kompliment weiter an seine treuen Musikerinnen und Musiker.

Solistinnen aus den Reihen des Orchesters

Wenn das kein Grund für einen Tusch ist! Mit Richard Strauss’ Wiener Philharmoniker Fanfare in e-moll op. 109, die 1924 besetzt mit 22 Blechbläsern und zwei Pauken zum ersten Mal aufgeführt wurde, eröffnete der Dirigent das Jubiläums-Konzert in der reformierten Kirche.

Ein besonderes Merkmal des Abends waren die Solistinnen, die ausnahmslos aus den Reihen des Orchesters stammten. Mit Gaetano Donizettis Concertino für Klarinette und Orchester in B-Dur folgte das erste der solistischen Werke. Die ausgezeichnete Klarinettistin Suzanne Büeler, die seit vielen Jahren das SOM als Profi unterstützt, zog das Publikum mit dem lyrischen Andante Sostenuto und dem darauffolgenden Allegretto in ihren Bann. 

Mit Johannes Brahms' Akademischer Festouvertüre in c-moll, op. 80 spielte sich das Orchester wieder in den Vordergrund. Vorerst allerdings vor allem die tiefen Streicher, die, ergänzt durch Bläser und Schlagwerk, eine rollend-ehrwürdige Stimmung verbreiteten, bevor immer wieder das gesamte Orchester seinen Klang entwickelte und das Stück mit liedhaften Zitaten voranbrachte. Eine hervorragende Leistung des gesamten Orchesters. 

Die japanische Violinistin Kayoko Watanabe, seit einigen Jahren 1. Konzertmeisterin des SOM, interpretierte das melancholisch-verträumte Adagio für Violine und Orchester von W.A. Mozart in E-Dur KV 261 in vollendeter Form.

Mit «Bolero» zum würdigen Abschluss

Seit nunmehr zwölf Jahren ist die Musikerin Regula Voss Soloflötistin des Orchesters. Ihr herausragendes Können stellt sie immer wieder unter Beweis. Mit der Ballade für Flöte und Orchester op. 288 von Carl Reinecke liess sie das Publikum an ihrem ganzen klanglichen Spektrum teilhaben. Von tragisch-düster über tänzerisch-leicht bis hin zu lyrischer Bildmalerei – mit virtuosen Scherzandi verstand sie zu begeistern.

Mit «Bolero» von Maurice Ravel gab das Sinfonieorchester Meilen einen würdigen Abschluss des Jubiläumsabends. Das monoton dahinschreitende Werk variiert ausschliesslich durch seine neu dazukommenden Instrumentengruppen und eine stete Steigerung der Dynamik. Eine hervorragende Leistung erbrachte der junge Drummer Silas Bärlocher, der präzise durch das Werk führte. Es präsentieren sich dabei alle Register des Orchesters abschliessend dem begeisterten Publikum.

xeiro ag