Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Ein «Chrampfer» und Charaktertyp geht in Pension

Heiri Meier, Chefmonteur Strom, wird Ende Jahr pensioniert. 43 Jahre arbeitete er für die iNFRA, die früher «Energie und Wasser Meilen AG» und noch früher «Gemeindewerke Meilen» hiess. Er wird eine grosse Lücke hinterlassen.

  • Heiri Meier legte immer gerne selbst Hand an. Foto: Kathrin Jeker

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Heiri Meier begann 1978 bei den Gemeindewerke Meilen als Elektromonteur. Nach kurzer Zeit wechselte er in die Stromversorgung. 1990 legte er mit der Ausbildung «Berufsprüfung BP Netzelektriker» den Grundstein zu einer Beförderung und wurde 1996 Chefmonteur. Er war verantwortlich für den Bau und einen grossen Teil des Betriebs der Stromversorgung in Meilen. Über all die Jahre hat er sich ein enormes Wissen angeeignet. «Heiri Meier ist ein Stromversorgungslexikon auf zwei Beinen!», umschreibt es Roland Gallati, ehemaliger «Stift» und heute Vorgesetzter von Heiri Meier.

Die Versorgungssicherheit war Heiri Meier ein grosses Anliegen. Er setzte sich dafür ein, dass in Meilen alle Freileitungsanlagen durch unterirdische Kabelanlagen ersetzt werden. Auch die Mittelspannungsschaltanlagen, die Kernstücke einer Stromversorgung, lagen ihm am Herzen. Er führte neue Technologien ein, sogenannte «gekapselte» Anlagen. Vor rund zehn Jahren packte er zusätzlich den Bau des Meilemer Glasfasernetzes an. Nach der Fusion der Werke von Meilen und Uetikon machte er sich mit viel Fleiss und Einsatzbereitschaft an die Vereinheitlichung der beiden Netze. Auch für den Nachwuchs setzte er sich ein. Über all die Jahre führte er acht heranwachsende Menschen in das Berufsleben ein und verhalf ihnen zu einer erfolgreichen Lehrabschlussprüfung «Netzelektriker/in», seit 1992 ist er zudem in Lenzburg Lehrkraft bei den überbetrieblichen Kursen für «Netzelektriker/in». Chris Eberhard, Geschäftsführer der iNFRA, ist es ein grosses Anliegen, Heiri Meier für seinen enormen Einsatz und seine Loyalität über all die Jahre zu danken, und einige andere Meilemer sagen ebenfalls persönlich «merci». 

«Das Stromnetz in Meilen kennt wie keiner

unser treuer Mitarbeiter Heiri Meier.

Stromausfall, Panne, es hat nicht funktioniert –

Heiri Meier war da und hat’s repariert.

Und war ein Ausbau noch so knifflig,

Lösungen von Heiri Meier waren immer griffig.

Nun, nach 43 Jahren wird er pensioniert.

Ihm gilt grosser Dank, er hat’s verdient!»

Felix Krämer, Verwaltungsratspräsident iNFRA

«Wer kennt das ganze Strom- und Glasfasernetz von Meilen und Uetikon? Natürlich Heiri Meier! Er benötigt keine Papierpläne, weder auf der Baustelle beim Unterhalt noch bei Netzstörungen. Das Stromnetz hat er komplett im Kopf und ist bekannt für gute Ideen und schnelle Entscheidungen. Der Computer ist nicht sein Freund. Um mit Heiri Kontakt aufzunehmen, schreibt man besser keine Mail, man ruft ihn an. Er ist lieber draussen auf der Baustelle am Organisieren, am Planen und am 'Chrampfe'. Er hat sehr viel zu dem heute sehr sicheren und hohen Standard der Stromnetzversorgung der iNFRA beigetragen.»

René Bixa, Brunnenmeister iNFRA 

«Es gibt Menschen, die stehen nie im Rampenlicht. Sie sorgen aber dafür, dass das Licht auf den Rampen leuchtet. Heiri Meier gehört zu diesen Menschen. Kein Herbst- oder Weihnachtsmarkt, Kirchgassfest, 1. Augustfeier oder gar die legendäre Beef.ch auf der Hohenegg, ohne dass er den Hauptschalter ein- und auch wieder ausschaltete. Wie wohl viele Meilemereinnen und Meilemer auch, habe ich es als selbstverständlich hingenommen, dass die Festbeleuchtung jeweils funktioniert und die Lautsprecher nicht stumm bleiben. Bis ich im Sommer 1999 bei der Vorbereitung des Fähren-Rampenfestes Heiri Meier persönlich kennenlernte. Es ging darum, auf der damals noch grünen Wiese der Seeanlage die Versorgung der umfangreichen Festinstallationen sicherzustellen. Vom Glacéstand über das Kinderkarussell und den Zuckerwatterotor bis hin und auf die zentrale Bühne galt es unter anderem für die Stromversorgung zu sorgen. Mit welcher Einsatzbereitschaft, Flexibilität, aber auch einem gehörigen Schuss technischer Kreativität die anstehenden Probleme gelöst wurden, hat mich damals tief beeindruckt. Seitdem bin ich mir viel besser bewusst, was es heisst, dafür zu sorgen, dass in Meilen öffentliche Festanlässe 'unter Strom stehen'. Und deshalb: 'ohne Meier keine Feier'». 

Hans Isler, ehem. Werkvorstand und VR-Präsident der EWM AG

«Heiri Meier ist für mich das Vorbild in Sachen Treue. Ich kenne ihn seit über 40 Jahren, nämlich seit ich den Jungschützenkurs absolviert habe. Er war ein verlässlicher Kamerad und ist auch heute noch als Schützenmeister dem Schiesssport treu. Später, als ich Sicherheitsvorstand war, begegnete ich ihm in der Feuerwehr. Auch dort leistete er während einer langen Zeit Milizdienst; auch das mit grosser Beständigkeit. Und seine Loyalität bewies er auch in seiner beruflichen Tätigkeit im EW beziehungsweise in der iNFRA. An die Vorstellung, dass in Meilen eine Chilbi, ein anderes Dorffest oder ein Markt stattfindet, ohne dass sich Heiri darum kümmert, jedem Stand den Strom zuzuführen – daran muss man sich gewöhnen. Seine Hilfsbereitschaft werden wir vermissen. Danke für alles!»

Christoph Hiller, Gemeindepräsident

«Ich habe Heiri Meier als sehr starken und kompetenten Menschen kennenlernen dürfen. Für mich war die Zusammenarbeit mit ihm immer sehr unkompliziert und einfach. Es wurden pragmatisch Entscheidungen getroffen. Heiri ist kein 'Bürolist', er ist ein richtiger Machertyp, der auch immer selbst Hand anlegte und den Jungen viel vormachen konnte, wenn er in den Graben stieg. Er hat den anderen Mitarbeitern sehr viel abverlangt. Meiner Meinung nach konnte ihm niemand das Wasser reichen, denn er hat ein so enormes Wissen über das ganze Leitungsnetz von Meilen. Heiri hat eine harte Schale und ein sehr gutes Herz, ist immer hilfsbereit. Ein richtiger Charaktertyp, wie es sie heute leider immer weniger gibt. 

Bei uns in der Gemeinde wurde vor ein paar Jahren das Faxgerät ausgeschaltet und ausser Betrieb genommen. Heiris Problem war, wie er mir jetzt die Grabenaufbruchgesuche zukommen lassen sollte, ohne Fax. Da er mit Mail nichts am Hut habe, werde er mir diese persönlich im Werkhof vorbeibringen. Und so geschah es.

An Bausitzungen ist immer mal wieder vorgekommen, dass Heiri zu den Bauleitern sagte: 'Ihr könnt noch lange in die Pläne schauen, ich kenne den Verlauf der Leitungen genau.' Und es stimmte immer. Ich werde Heiri als Fachmann, Ansprechpartner bei meiner Arbeit, aber auch als Mensch sehr vermissen.»

Beat Frei, Strassenmeister 

xeiro ag