Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Drei Gemeinderäte schliessen ihr Wirken in der Gemeindeexekutive ab

Zum Ende der Amtsdauer 2014 – 2018

  • Rolf Walther.

  • Beatrix Frey-Eigenmann.

  • Beat Hodel. Fotos: Lukas Maeder

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Rolf Walther, Ressortvorsteher Soziales und Gesellschaft

Als parteiloser Gemeinderat hat Rolf Walther bewiesen, dass ein gut vernetzter Meilemer dank seines grossen Engagements für die Allgemeinheit auch ohne Partei im Rücken dauerhaft auf eine treue Wählergruppe zählen kann. 

Mit der konstanten Repräsentation der parteiunabhängigen Wählerinnen und Wähler im Gemeinderat leistete er einen wichtigen Beitrag. Von den insgesamt 16 Jahren im Gemeinderat wirkte er von 2002 bis 2006 als Ressortvorsteher Gesundheit und Gesellschaft sowie anschliessend bis 2018 als Ressortvorsteher Soziales und Gesellschaft. Politische Programme und Philosophien waren nicht sein Ding. Dafür blieb er stets eng mit den Sachthemen verbunden und brachte in den gemeinderätlichen Sitzungen regelmässig auch kritische und unkonventionelle Ideen und Vorschläge ein. 

Rolf Walther war ein beharrliches, debattier- und oppositionsfreudiges Exekutivmitglied, zeigte aber immer auch viel Sinn für pragmatische Lösungen und abschliessende Entscheide nach dem Kollegialitätsprinzip.

Dass das Meilemer Sozialwesen in allen zunehmenden finanziellen und politischen Spannungsfeldern still und effizient arbeiten konnte, die Kosten der Sozialhilfe sich im vorgesehenen Rahmen bewegten und unter Kontrolle blieben und die Sozialbehörde tadellos geführt wurde, ist zu einem grossen Teil sein Verdienst. Während seiner Amtszeit wurde das Vormundschaftswesen im Bezirk zentralisiert; als Vertreter der Gemeinde Meilen wirkte er fortan mit im Vorstand der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Im Zuge der neuen Aufgabenverteilung setzte er auf Effizienz und strukturierte die Arbeit der Sozialbehörde, indem er einzelne Ressortverantwortungen bezeichnete. Die neue Organisation legte die Basis für die Verkleinerung der Behörde auf die nächste Legislatur. Seine Amtszeit schloss Rolf Walther ab mit der Inkraftsetzung des Jugendleitbilds, das unter seiner Verantwortung formuliert wurde.

Schon früh verstand er, was die Trennung von operativer und strategischer Ebene in der Exekutivarbeit bedeutete, überliess den Verwaltungsteams den nötigen motivierenden Handlungsspielraum und stand in Behörden und vor dem Publikum für seine Dossiers gerade. Rolf Walther war der Kontakt mit der ganzen Meilemer Bevölkerung, insbesondere auch im Rahmen von Freiwilligenarbeit, stets wichtig. So leistete er schon vor und auch noch während seiner Exekutivtätigkeit während Jahren Milizdienst in der Feuerwehr und wirkte mit im Vorstand des Verkehrsvereins.

Im Namen aller Meilemerinnen und Meilemer danke ich Gemeinderat Rolf Walther sehr herzlich für seinen unermüdlichen, kompetenten Einsatz. Für seinen weiteren Lebensweg wünsche ich ihm persönlich und beruflich alles Gute.

 

Beatrix Frey-Eigenmann, Ressortvorsteherin Finanzen, Gesundheit

Wer immer in der Meilemer Gemeindeverwaltung finanzielle Mittel für Sachgeschäfte oder Projekte benötigte, musste seinen Antrag einem harten Prüfverfahren durch die Finanzvorständin unterziehen lassen. Dabei kam während der vergangenen drei Amtsperioden von Beatrix Frey-Eigenmann (2006 bis 2018) nicht nur ihre dem Steuerzahler geschuldete kritische Einstellung zum Zug, sondern sie konnte sich auf hervorragende finanztechnische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Fachkenntnisse abstützen. Ihr Hinterfragen und ihr detailliert prüfendes Auge hatten Methode. Gleichzeitig fehlte jedoch nie der Blick auf übergeordnete politische und rechtliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen.

Beatrix Frey-Eigenmann war aber keine finanzpolitisch motivierte Verhinderin. Sie konnte auch – in gut freisinniger Manier – ausgesprochen soziale Entscheide fällen oder unterstützen. Vor allem war sie eine visionär und konzeptionell handelnde Gemeindepolitikerin, die auch in verschiedenen Sachbereichen Projekte und Veränderungsprozesse grösseren Kalibers initiativ anpackte und beharrlich durchzog. 

Sie hat unter anderem die Finanzplanung und das Finanzcontrolling der Gemeindeverwaltung optimiert und das interne Kontrollsystem IKS aufgebaut. Im Weiteren war sie für die in der damaligen Zeit pionierhafte subjektorientierte Pflegefinanzierung sowie für die subjektorientierte Finanzierung der Alterswohnungen verantwortlich. Im Bereich Gesundheit wurden unter ihrer Führung das erste Meilemer Pflegeversorgungskonzept entwickelt, gemäss dem neuen kantonalen Pflegegesetz ein neues Konzept von Leistungsvereinbarungen für die Spitex, das Alterszentrum Platten sowie das Haus Wäckerling eingeführt und der Prozess für die Rechtsform-Umwandlung des Spitals Männedorf abgewickelt. Als Mitglied des Stiftungsrats Alterszentrum Platten wirkte sie beim Bau der Alterswohnungen und bei der Entwicklung des aktuellen Bauprojekts tatkräftig mit.

In der Öffentlichkeit besser sichtbar waren die regelmässigen Auftritte von Beatrix Frey-Eigenmann an den Gemeindeversammlungen für die jährlichen Genehmigungen der Budgets und Rechnungsabschlüsse. Die Meilemer Stimmberechtigten erlebten dabei ihre fundierten Anträge und ihre souveränen Argumentationen. Aber bei aller Sachkomplexität beeindruckte Beatrix Frey-Eigenmann immer auch mit ihrem Charme und ihrer Heiterkeit.

Mit Beatrix Frey-Eigenmann verlässt eine prägende politische Führungspersönlichkeit die Gemeindeexekutive. Vieles hat sie angestossen, durch- und mitgetragen. Ihre persönliche Dynamik, gepaart mit hoher fachlicher und politischer Kompetenz, ihre soliden Lösungsvorschläge, aber auch ihr gründliches Nachfragen und hartnäckiges Nachhaken, ihr manchmal insistierendes Klingenkreuzen haben in jeder Sitzung Spuren hinterlassen. Nach harten Auseinandersetzung hatte das letzte Wort aber immer ihre erfrischende Herzlichkeit. Für die Verwaltung war die Zusammenarbeit mit ihr immer wieder fachlich herausfordernd. Aber Beatrix Frey-Eigenmann motivierte auch mit Wertschätzung und grosser Hilfsbereitschaft.

Ich danke Gemeinderätin Beatrix Frey-Eigenmann im Namen aller Meilemerinnen und Meilemer sehr herzlich für ihren grossen, versierten Einsatz. Für ihre Zukunft wünsche ich ihr viel Freude und Erfolg in beruflichen und politischen Perspektiven sowie persönlich und familiär alles Gute.

 

Beat Hodel, Ressortvorsteher Natur und Kultur

Herzblut, Einsatzbereitschaft und die Offenheit, sich immer wieder in neue Sachgebiete und Dossiers einzuarbeiten – das waren die Markenzeichen von Beat Hodel während seiner zwölfjährigen Amtszeit als Meilemer Gemeinderat. 

In den ersten vier Jahren, von 2006 bis 2010, beschäftigten ihn vor allem Altersfragen und die institutionellen Beziehungen der Gemeinde zur Spitex, zum Alterszentrum Platten und zu den Meilemer Vereinen. Als Präsident der Kommission für Altersarbeit gelang es ihm, einen differenzierten Beitrag der Gemeinde im Altersthema zu verankern. Unter seiner Führung entstand das Konzept für Altersarbeit und die Senioren-Info-Zentrale wurde auf eine solide Basis in den Strukturen von Pro Senectute gesetzt. Die verschiedenen von ihm organisierten öffentlichen Foren, wo namhafte Referentinnen und Referenten Altersfragen behandelten und diskutierten, fanden bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern breites Interesse und ungeteiltes Lob.

Die Amtsjahre von 2010 bis 2018 brachten Beat Hodel in Kontakt mit vielfältigen Fragen rund um Natur und Kultur in der Gemeinde. Er initiierte die beliebten, jährlichen Landschaftsumgänge und verstand es, die Landschaftskommission zu einem motivierten Team zusammenzuschweissen und für die Bewältigung anspruchsvoller Projekte einzusetzen. Mit der Sanierung des Chorherrenwegs wurde nicht nur ein zweckmässiges Tiefbauprojekt abgewickelt, sondern es wurde auch naturnah und ästhetisch sehr ansprechend ein attraktiver Erholungsraum gestaltet. 

Mit dem sich verschlechternden Zustand der Pappeln in der Seeanlage zeichnete sich ein politisch sensibler Entscheid ab. Gerade in solchen Situationen zeigte Beat Hodel das nötige Gespür für emotionelle Befindlichkeiten, konnte aber auch mutige Entscheide treffen – ein Verhalten, das sich gerade auch im Fall der Pappeln als richtig erwies. Als Erfolg seines Wirkens darf auch die Erneuerung des Ortsmuseums bezeichnet werden.

Mit Beat Hodel verlässt ein integres Mitglied den Gemeinderat, das sich mit grossem aufrichtigem Engagement für sein Ressort einsetzte, als Vertreter des Handwerks- und Gewerbevereins konsequent die Interessen des einheimischen Gewerbes vertrat und dabei aber immer auch das Wohl der Gemeinde als Ganzes im Auge hatte. Sein unterstützendes, sach- und lösungsorientiertes Mitwirken im Gremium fiel auf. 

Viel Einsatz zeigte er auch, wenn er die Behörde an zahlreichen Anlässen vertrat und mit seinem verbindlichen Zugehen auf andere Menschen präsent hielt. Für die Verwaltung war er eine stets ansprechbare politische Führungskraft, die Linien ziehen konnte, aber auch Aufgaben zu delegieren wusste. Mit ihm war manch ungezwungener Schwatz möglich, bei dem auch eine väterliche Note spürbar wurde.

Ich danke Gemeinderat Beat Hodel im Namen der ganzen Meilemer Bevölkerung sehr herzlich für sein engagiertes und zugleich umsichtiges Wirken. Für seinen neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihm Gesundheit, Musse und alles Gute.

Christoph Hiller, Gemeindepräsident

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