Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Doppelte Kreativität dank Dialog

Heute vor einer Woche wurde im Ortsmuseum die Ausstellung «ping pong – gestalten im dialog» eröffnet. Es ist die erste Ausstellung in diesem Jahr.

  • Susanna Hildenbrand, Christine Läubli, Regula Gysin, Marianna Gostner, Tanja Stutz, Catherine Labhart, Eveline Geiger, Irene Brühwiler und Maya Burgdorfer (v.l.). Nicht auf dem Bild: Andreas Hofer und Anna Katherina Rapp. Fotos: MAZ

  • Die Halstücher von Regula Gysin nehmen Farben und Formen der gemalten Löwenzahn-Bilder von Eveline Geiger perfekt auf.

  • Zwei Tapisserien und eine Videoband-Arbeit symbolisieren das Thema Wasser.

  • Das kräftige Rot des Radicchio-Salat kommt auf schwarzem Grund besonders gut zur Geltung.

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Dank des schönen Wetters konnte der offizielle Teil der Vernissage vor dem Museum im Freien stattfinden. Nach einer Begrüssung durch den Stiftungsrat berichtete Christine Läubli, eine der Ausstellerinnen, über den Prozess, der am Ende zu den gezeigten Werken führte. 

«Textil 13» bestand früher aus 13 Frauen, die sich mit textiler Kunst befassen. «Textil 13» ist eine Untergruppe der «Weberinnen Schweiz». Es wurden bereits acht Ausstellungen realisiert, bis auf eine fanden alle im Ortsmuseum Meilen statt. Da momentan nur noch fünf Frauen bei Textil 13 dabei sind, suchte sich jede Künstlerin eine Partnerin oder einen Partner, um zu einem selbstgewählten Thema Kunstwerke zu erschaffen, die in einem Dialog untereinander entstanden. Zusätzlich wurde Maya Burgdorfer angefragt, mit ihrer Schulklasse aus Erlenbach einige Werke beizusteuern. 

Jedes Künstlerinnenpaar hat sein Thema künstlerisch in verschiedenen Techniken verarbeitet. Eine Herausforderung, wie Christine Läubli berichtete: «Im Team zu arbeiten ist zeitaufwändiger. Die Herangehensweise ist eine andere, als wenn man alleine arbeitet. Es ist aber auch eine Bereicherung und fördert die Kreativität», sagte sie. 

Die Ausstellung ist klar strukturiert in eigene Bereiche des jeweiligen Paars. Es werden nicht nur die fertigen Kunstwerke, sondern auch die Arbeitsschritte und der Dialog zwischen den Künstlerinnen aufgezeigt. Letzterer ist auf schwarzen Schieferplatten dargestellt. Einige Künstlerinnen haben zudem ihre Prozesse in Büchern oder auf einer Erklärtafel festgehalten. 

Papierkleider, Muscheln und Löwenzahn

Im oberen Bereich des Museums, beim Eingang rechts, findet man die Werke von Maya Burgdorfer und ihrer Schulklasse. Fotos von Kindern in Papierkleidung, die sie selber genäht haben und Abdrücke von Gesichtern aus Ton stehen im Fokus. 

Links vom Eingang erwartet die Besucher das Thema Löwenzahn. Während Eveline Geiger verschiedene Stadien der Löwenzahnblumen malerisch festgehalten hat, nähte Partnerin Regula Gysin farblich passende Schals. Die runde, leichte Form der Pusteblumen finden sich nicht nur auf den Bildern, sondern auch in einem Schal wieder. Spannend ist es, das passende Bild dem passenden Schal zuzuordnen. Die Parallelen sind klar erkennbar.

Ebenfalls im Erdgeschoss findet man die Arbeiten von Tanja Stutz und Anna Katherina Rapp. Die themengebende Muschel wurde farbliche Vorlage für die gewebten Stoffbahnen, die dann in Turbane umgenäht wurden. Die Stoffe sind nicht nur dekorativ, sondern eignen sich perfekt, um Haare zu trocknen. Ein Knopf an jedem Turban hilft der einfachen Anwendung.

Eine Art Flickenteppich aus Landkarten webte Marianna Gostner. Er ist im Erdgeschoss aufgehängt. Dazu entstanden eindrückliche Bilder von Christine Läubli aus Landkartenschnipseln.

Salat, Wasser und Pinselfarben

Im Gewölbekeller wird man vom satten Rot des Radicchio-Salat empfangen. Neben echten Salatköpfen, die sich im Laufe der Ausstellung verändern werden, findet man im Eingangsbereich Fotografien des Salats von Susanna Hildenbrand und aus Stoff gefertigte Salatköpfe von Christine Läubli. Fotos des Arbeitsprozesses zeigen zudem den Dialog der beiden Frauen bis zu den fertigen Arbeiten. 

Dem Thema Wasser haben sich Catherine Labhart und Heidi Arnold gewidmet. Es entstanden zwei Tapisserien, eine Videobänder-Arbeit und gewebte Hammam-Badetücher mit dazu passenden Kordeln. 

Inspiriert von Tuschbildern ihres Partners Andreas Hofer nähte Irene Brühwiler Kleider. Diese nehmen farblich das extra für die Ausstellung gefertigte Bild perfekt auf, beides ist zudem mit Stickereien versehen. 

Es lohnt sich, die vielfältige Ausstellung zu besuchen, die Künstlerinnen sind während der Öffnungszeiten wenn immer möglich anwesend.

Ausstellung «ping pong» im Ortsmuseum Meilen, Kirchgassse 14. Öffnungszeiten jew. Mittwoch + Freitag, 14 – 19 Uhr und Samstag + Sonntag 10 – 17 Uhr. Die Ausstellung dauert bis und mit Sonntag, 13. Juni.

xeiro ag