Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Weid darf nicht verschwinden

In Obermeilen gibt es ein wildes Stück Land mit einem romantischen Bachlauf und einer multikulturellen Schrebergarten-Gemeinschaft. Ein Dachs, rote Eichhörnchen, Buntspechte und viele Insekten besiedeln diese Idylle. Noch!

Sobald die Stiftung Burkwil mit dem Aushub für die Tiefgaragen beidseits des Baches anfängt, sind die Tiere verschwunden. Wenn dann Burkwil gebaut ist, ist auch unsere ländliche Atmosphäre in Obermeilen weg. 

Ich als Meilemer Stimmbürger stemme mich dagegen. Wieso? Die Weid ist heute eine extensiv genutzte Wiese. Solche Wiesen sind wichtig für die Erhaltung der Insekten. In Deutschland wurde eine Studie in Naturschutzgebieten durchgeführt, und man hat festgestellt, dass die Dichte an Insekten in den letzten 30 Jahren um 75% gesunken ist. In der Schweiz gibt es keine Studie über das Insektenvorkommen, aber Fachleute gehen davon aus, dass es genauso drastisch ist. An den Insekten hängt die ganze Nahrungskette, denn ohne Insekten gibt es keine Bestäubung.

Leider nimmt die Biodiversität – also die Vielfalt der Lebensräume und der Arten – weltweit stetig ab. Das hat verschiedene Ursachen: Beispielsweise versiegeln Siedlungen und Strassen immer mehr wichtige Grünflächen. Es ist deshalb wichtig, sich bei uns im Kleinen für die Erhaltung von Wiesen und wilden Bachläufen einzusetzen. Verschwindet die Weid, verschwindet auch die ländliche Atmosphäre von Obermeilen.

Weshalb sollten wir ohne Not am Rande des Dorfes eine unberührte Wiese zupflastern? Dank Kibag-Pensionkasse werden an derselben Strasse gerade 36 Wohnungen gebaut, in derselben Preisklasse. Burkwil, Burk-Stadt wäre passender, würde zum Mahnmal für die Bauwut unserer Zeit.

Als Gemeinde sollten wir weitsichtiger handeln und unsere Wiesen erhalten. So bleibt Meilen lebenswert.

 

xeiro ag