Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die SBB müssen nochmals rechnen

Seit Inbetriebnahme der S20 im Juni 2019 beklagen sich die Anwohner des Bahnhofs Herrliberg-Feldmeilen über Lärm vor ihren Wohnungen. Nun müssen die SBB die Situation neu beurteilen und nachrechnen.

Die S20, die seit dem letzten Sommer unter der Woche morgens und abends verkehrt, freut die Pendler, bringt aber für die Anwohner des Bahnhofs Herrliberg-Feldmeilen unangenehme Folgen mit sich: Die Feldner beklagen sich über lautes Quietschen, das entsteht, wenn die Waggons der S16 weggestellt werden und dabei über eine neue Weiche fahren, und über das Summen und Sirren der wartenden Züge. Störend finden sie vor allem, dass der Lärm den ganzen Tag über zu hören ist. Dies, weil die Wagen auch dann weggestellt werden, wenn die S20 gar nicht unterwegs ist.

Lärmneubeurteilung nach Begehung

Da die SBB sich auf den Standpunkt stellen, dass das Wendegleis auch tagsüber benutzt werden muss, um die Fahrplanstabilität zu erhöhen, strengten im August sechs Anwohner beim BAV (Bundesamt für Verkehr) ein sogenanntes Anstandsverfahren an; im Dezember hat deshalb eine Begehung vor Ort stattgefunden. Als Folge dieser Begehung müssen nun die SBB im Auftrag ihrer Aufsichtsbehörde BAV eine sogenannte Lärmneubeurteilung durchführen, sprich, sie müssen nochmals über die Bücher, und zwar bis Ende März. 

Unter Einbezug der aktuellen Umstände

Wie Michael Müller vom BAV auf Anfragte sagte, besteht die Lärmbeurteilung einerseits aus der Analyse der Fahrzeuge und Komponenten, die auf dem betreffenden Gleisabschnitt verkehren, inklusive Lärmquellen wie Lüftung, Kühlung und Aggregate. Anderseits wird mit einem Tool berechnet, wie die Lärmquellen abhängig von Entfernung und Höhendifferenz in der Umgebung wahrgenommen werden. 

Es wird also nochmals neu gerechnet und nicht etwa vor Ort gemessen – allerdings jetzt unter Einbezug der aktuellen Umstände. Auch SBB-Pressesprecher Raffael Hirt betont, dass die Gegebenheiten vor Ort bei der Neuberechnung mit einbezogen werden. 

Wenn die neuen Zahlen vorliegen, wird das BAV über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine alltägliche Situation ist dies nicht: Wie Michael Müller vom BAV sagt, sind Anstandsverfahren eher selten.

xeiro ag