Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Nacht braucht Dunkelheit

Der Begriff «Lichtverschmutzung» wird für unnötige Lichtemissionen durch künstlich erzeugte Lichtstrahlen im Aussenraum während der Nachtzeit verwendet. Die Emission von Licht kann in Anwendung des Umweltschutz-Gesetzes verankerten Vorsorgeprinzips durch die Behörden mit einer Verfügung eingeschränkt werden.

Bei der Immission von Licht durch die betroffenen Nachbarn kann zivilrechtlich vorgegangen werden, wenn die Einwirkungen übermässig sind. Ob es sich beim Licht um Licht handelt, das von Privaten (z.B. Garten- oder Weihnachtsbeleuchtung) oder Unternehmen (z.B. Fabrikareal- oder Werbebeleuchtung) generiert wird oder durch den Staat (z.B. Strassenbeleuchtung oder Beleuchtung von alten Gebäuden), ist bei beiden Verfahren unerheblich.

Nachtaktive Tiere wie Insekten. Amphibien oder Reptilien sind schon bei einer kleinsten Menge an Licht gestört und kommen durch Stress in ihrem Tagesrhythmus durcheinander. Bei den Insekten spricht man von Erschöpfungstod. Auch der Mensch wird aus seinem natürlichen Tag – Nacht-Rhythmus durch Kunstlicht gestört und kann gesundheitliche Folgen durch Schlaflosigkeit erfahren.

Im Kampf gegen die übermässige Beleuchtung sollte man folgendes überlegen:

– Ist die Lichtquelle nötig?

– Gibt es übermässiges Streulicht und wie kann ich dieses mittels Blenden und Dimmer einschränken?

– Ist meine Lichtquelle zwischen 22 Uhr und 6 Uhr abgestellt?

– Habe ich Warmweiss- Leuchten (maximal 2500 Kelvin) installiert, welche nachtaktive Tiere weniger stören?

– Sehe ich nachts den Himmel und freue ich mich über die sichtbaren Sterne?

Dark-Sky Switzerland ist seit 24 Jahren im Einsatz für mehr Dunkelheit in der Nacht.

Für weitere praktische Informationen ums Licht: www.darksky.ch

 

xeiro ag