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Die Midor kühlt mit Seewasser

Vergangene Woche haben die Arbeiten für die neue Prozesskühlungsanlage der Midor AG begonnen. Davon bekommen auch die Meilemer etwas mit, denn gegraben wird nicht nur bei der Guetzlifabrik selber, sondern auch in der Seeanlage beim Schiffsteg.

  • Romeo Deplazes von Energie 360° (links) und Peter Brändle, CEO der Midor AG, eröffnen die Arbeiten in der Seeanlage. Foto: MAZ

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Die Anlage wird vom Unternehmen Energie 360° für die Midor erstellt: Für die Glacé- und Biskuitfabrik entnehmen drei Pumpen dem See in 50 Metern Tiefe Wasser, das dort ganzjährig rund sechs Grad kühl ist. Dieses Seewasser wird unterirdisch durch die Kirchgasse zur Midor geführt, nimmt dort Abwärme auf und fliesst mit einer Temperatur von maximal 23,5 Grad wieder in den Zürichsee zurück. 

Dank dem kühlenden Effekt des Seewassers kann die Midor Kältemaschinen für Klimaanlagen eliminieren, alle Rückkühlsysteme werden auf Seewasserkühlung umgestellt. Dadurch können 650'000 Kilowattstunden Strom eingespart werden, was dem Jahresverbrauch von 130 Haushalten entspricht. Das Projekt bedingt allerdings auch grosse Investitionen, sie betragen insgesamt rund 3,5 Millionen Franken.

Ziel ist es ausserdem, in einem zweiten Schritt aus dem so «aufgeheizten» Wasser mittels einer Wärmepumpe möglichst viel Energie zurückzugewinnen. Dafür plant Energie 360° einen Wärmeverbund mit den umliegenden Haushalten im Quartier, das Seewasser dient also der Midor zur Kühlung und den Wohnungen im näheren Umfeld zum Heizen.

Das Interesse für einen Anschluss an den zukünftigen Wärmeverbund ist laut Energie 360° bereits sehr erfreulich, Interessenten können sich aber weiterhin melden. Die konkrete Planung könnte Mitte 2020 in Angriff genommen werden, und gut zwei Jahre später wären grundsätzlich die ersten Wärmelieferungen an die umliegenden Haushaltungen möglich.

Zuerst wird nun aber das Technikgebäude am See erstellt, und im Mai 2020 soll die Leitung vom See zur Midor in Betrieb genommen werden. Zu merken ist von der ganzen Anlage dermaleinst kaum etwas, denn der Technikraum ist unterirdisch – nur die Einstiegsluke wird sichtbar sein.

xeiro ag