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Die Meilemer Postfiliale wurde aufgefrischt

Am kommenden Montag, 1. Februar eröffnet die Meilemer Post mit modernisierter Schalterhalle als «Filiale der Zukunft». Design und Strategie sind neu: Persönliche Bedienung ist weiterhin möglich, doch die Kunden sollen mehr online oder an Automaten erledigen.

 

  • Die Post setzt in Meilen an zentraler Stelle auf eine Filiale mit Personal und beschränkt sich nicht gänzlich auf Automaten und Onlinedienste. Filialleiter Roman Horber mit seiner Stellvertreterin Rosetta Cirocco. Foto: MAZ

  • In allen «Filialen der Zukunft» steht neu eine Beratungstheke – hier ein Beispiel aus Effretikon. Foto: zvg

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Während rund einem Monat und bei laufendem Betrieb – abgesehen von zwei Tagen, wo die Post ganz geschlossen war – wurde umgebaut. «Bereits vor Weihnachten haben wir damit begonnen, die Gestelle auszuräumen», sagt Roman Horber, Meilemer Filialleiter seit Mai letzten Jahres. Vereinzelt hätten sich die Kunden am Schalter erkundigt, ob die Post etwa geschlossen werde und waren froh zu hören, dass dem nicht so ist. 

Halbzeit beim grossen Umbauprojekt der Post

Stattdessen ist Meilen nun die exakt 150. «Filiale der Zukunft». So nennt die Post jene dreihundert (von total rund neunhundert) Filialen in der ganzen Schweiz, die sie bis 2022 für insgesamt 40 Millionen Franken modernisiert. Was der einzelne Umbau jeweils kostet, kommuniziert die Post nicht. Als «Bekenntnis zum Standort Meilen» dürfe man ihn jedoch sicher verstehen, sagt Postsprecher Markus Werner. 

Die auffälligste Änderung in der Schalterhalle ist die neue Beratungstheke rechts beim Eingang, beschriftet mit «Grüezi» in grossen Lettern. «Postbar» wird das schlicht designte Holzmöbel auch genannt. In Meilen ersetzt es einen der bis anhin vier Postschalter. Hier wirkt jeweils ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin beratend in Bezug auf digitale Produkte oder Dienstleistungen der Post oder begleitet die Kunden, wenn es Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Automaten gibt, obwohl diese bei der Bedienung sehr intuitiv sein sollen. Was wie bis anhin bestehen bleibt, ist das räumlich abgetrennte Postfinance-Beratungsbüro.

Auch den My-Post-24-Automaten kennen die Meilemer bereits seit rund vier Jahren. Er steht im selben Raum wie die Postfächer und ist dadurch jederzeit zugänglich. «Wenn jemand ein Paket bekommt, aber nicht zu Hause ist, muss er nicht mehr zu den Öffnungszeiten mit dem Abholzettel in die Postfiliale. Er erhält eine Abholungseinladung mit einem QR-Code für den Automaten, wo er seine Lieferung auch abends oder frühmorgens abholen kann», erklärt Filialleiter Roman Horber. 

Praktisch für Retouren aus dem Versandhandel

Ab Montag kann man in Meilen zudem an einem Automaten («Dropbox») in der Schalterhalle selbständig Pakete versenden. Praktisch dürfte dies vor allem für Retouren aus dem Versandhandel sein. Hier ist der Kunde, die Kundin allerdings nach wie vor an die Öffnungszeiten der Post gebunden. Dafür geht es schneller – man muss kein Ticket ziehen und braucht nicht in der Warteschlange zu stehen.

«Bei den Neuerungen geht es darum, mit der Digitalisierung Schritt zu halten», sagt Roman Horber. Wer das gar nicht möchte, kann sich weiterhin am Schalter persönlich bedienen lassen. Allerdings kostet dies bei gewissen Diensten einen Aufpreis für die vom Postangestellten erledigte Arbeit, zum Beispiel, wenn es darum geht, für Pakete ins Ausland eine korrekte Zolldeklaration auszufüllen.

Kein Gemischtwarenladen mehr

Immer mehr Dienstleistungen können zu Hause am Computer durch den Kunden selber erledigt werden. Den Verdacht, dass Personal abgebaut werden soll, weist Postsprecher Markus Werner aber zurück: «In Meilen haben wir gleich viel Personal wie vorher.» Das Team umfasst sieben Personen, ab Sommer kommt auch wieder eine Lernende im dritten Lehrjahr dazu. 

Zum neuen Filial- und Designkonzept gehört neben der Begrüssungstheke auch ein insgesamt «modernes und helles» Erscheinungsbild vor den Schaltern, sagt Markus Werner, «der Siebzigerjahre-Stil hat ausgedient». Ebenso vorbei sind die Zeiten, in denen die Filiale dank Gestellen mit Autoscheibenreinigern, Portemonnaies und Plüschtieren wirkte wie ein Gemischtwarenladen. Nur noch ein reduziertes Sortiment an «postnahen» Produkten wie Papeteriewaren wird angeboten.

Hörgerätehersteller als Shop-im-Shop

Damit das defizitäre Schaltergeschäft dennoch einen finanziellen Zustupf erhält, öffnet die Post nun die Filialen für andere Unternehmen und für Behörden– als kleine lokale Dienstleistungszentren. In Meilen ist der Hörgerätehersteller Neuroth eingezogen und besetzt mit einer Beratungsstelle einen Teil der 85 Quadratmeter der Schalterhalle. «Denkbar wäre auch, dass Versicherungen, Krankenkassen, Banken oder Behörden die Kunden in den Poststellen beraten», so Markus Werner zum im Shop-in-Shop-Konzept. Im Backoffice ändert sich übrigens nichts; die Neuerungen beschränken sich auf den Bereich vor den Schaltern.

Ein grosses Eröffnungsfest mit geladenen Gästen ist in der Coronapandemie keine Option, «aber wir haben ein paar Bhaltis für die Kunden auf Lager», verspricht Roman Horber. Ebenfalls wegen Corona wird es in der Post Meilen ab Montag ein Ampelsystem geben, auf dem angezeigt wird, ob die Filiale voll ist oder ob man unbesorgt eintreten kann.

xeiro ag