Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Meilemer Jazztage grüssen die Meilemer Jazznächte

Der Präsident der legendären Meilemer Jazztage hat den Präsidenten der neuen Meilemer Jazznächte empfangen.

  • Der langjährige Chef der Meilemer Jazztage, Hans Blesi (links) und der OK-Chef der kommenden Meilemer Jazznächte, Benjamin Stückelberger. Foto: MAZ

1/1

Wenn man Hans Blesi beim Kaffee gegenüber sitzt, würde man nicht vermuten, dass derselbe Mann vor rund zehn Jahren schwer krank war. «Ich bin ein Glückschäfer», sagt er in seinem schönen Glarnerdeutsch, «es hätte genauso gut auch anders herauskommen können». Die 25. Jazztage konnte er damals zwar noch in die Wege leiten, doch musste er bald schon die Organisation in andere Hände übergeben und bekam die Jubiläumsveranstaltung nur am Rande mit. Die Krankheit hatte ihn im Griff. Davon ist heute kaum mehr etwas zu spüren. Und sobald das Gespräch auf die Jazztage gelenkt wird, kommt erst recht Leben in den Mann.

Alles begann auf der Ormis

Hans Blesi war ursprünglich Unterhaltungschef des FC Meilen. Und als solcher organisierte er das Begleitprogramm während des Grümpelturniers. «Ich hatte keine Ahnung von Jazz, aber weil am Grümpi in Stäfa jeweils Country gespielt wurde, habe ich mich für Jazz entschieden.» Man könnte also fast sagen, dass wir in Meilen die grosse Jazztradition einem Münzwurf zu verdanken haben.

Die Jazzabende auf der Ormis wurden ein Riesenerfolg, und nach zehn Jahren fanden sie zum letzten Mal in der Sportanlage statt. Hans Bleis beschloss, einen Jazzclub zu gründen und hatte gleich von Beginn an 240 Mitglieder. Mit dem Old Time Jazzclub hatte er nun eine solide Basis, um die künftigen Jazztage durchführen zu können.

Einfach etwas früher aufgestanden

Dennoch organisierte er während 25 Jahren alles selber. Wie hat er denn diese enorme Arbeitsleistung neben Beruf und Familie bewältigt? – «Ich bin einfach jeden Tag früh aufgestanden und habe von sieben bis neun Uhr nur für die Jazztage gearbeitet», erklärt Blesi mit einem Lächeln. «Jeweils bis zu den Sommerferien wollte ich alle Bands unter Vertrag haben, und bis Weihnachten musste die Finanzierung stehen.» 

Das allein gibt schon einen «Chratten» voll Arbeit. Aber dann mussten noch die Bewilligungen bei der Gemeinde eingeholt, Freiwillige organisiert und die Verpflegung sichergestellt werden. Und weil das Festival wuchs, war Blesi froh, als er auch noch die reformierte Kirchgemeinde mit an Bord holen konnte. Mit dem Kirchenraum aber kam die Herausforderung, eine Formation zu finden, die diesen grossen Raum an zwei Abenden füllen konnte. Da kamen die «Jackson Singers» gerade richtig. Sie gaben die Steilvorlage für grosse Konzerte und bewegende Gottesdienste am Sonntagmorgen.

Die Bands fragten an, ob sie auftreten dürfen

Der Erfolg der Jazztage zeigte sich auch daran, dass bald schon die Bands bei Hans Blesi vorstellig wurden. Man wollten nach Meilen ans Festival kommen. «Und nie hat eine Band abgesagt!» Es ist eine Freude, Hans Blesi beim Erzählen zuhören. Dabei berichtet er von Bands, die ihm besonders gefallen haben und von musikalischen Momenten, die ihn bleibend berührt haben. Auf die schwierigen Momente angesprochen, meint Hans Blesi: «Was mir weh getan hat, war die feuerpolizeiliche Schliessung des Baukellers ausgerechnet zum 25-Jahr-Jubiläum. Das wäre nicht nötig gewesen.» Zum Glück konnte man die entsprechenden Probleme beheben. Der Baukeller steht nun wieder für Jazz zur Verfügung.

Vor allem in der Schlussphase haben die Jazztage dann auch Blesis Frau in Anspruch genommen. «Man muss sich vorstellen, dass es damals noch keine Handys gab. Alle, die eine Frage hatten, riefen bei uns zu Hause an. Hans aber war in der Kirchgasse am Organisieren. Da wurde ich zwangsläufig Teil des OK», sagt sie mit einem Schmunzeln.

Grosse Fussstapfen

«Es war eine gute Zeit! Und ich wünsche dem OK der Meilemer Jazznächte alles Gute, und dass sie vom Gewerbe und der Bevölkerung ebenso unterstützt werden, wie ich das damals erfahren durfte.»

Mit einem kräftigen Händedruck verabschieden wir uns. Und auf dem Heimweg frage ich mich, ob die Meilemer Jazznächte in diese grossen Fussstapfen treten können. Nun, wir werden sehen. Am 28. und 29. September machen wir zum ersten Mal die Jazztage zu den Jazznächten.

Meilemer Jazz-Nächte an der Kirchgasse, Donnerstag, 27. September, 20.00 Uhr bis Samstag, 29. September, 00.30 Uhr. 

Genauere Infos: 

www.meilemerjazznaechte.ch

 

xeiro ag