Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Jagdschiessanlage Büelen wird saniert

In der gesamten Schweiz gibt es rund 4000 zivile Schiessanlagen. Dazu gehören auch etwa 80 Jagdschiessanlagen. Drei davon befinden sich im Kanton Zürich, eine davon ist die Jagdschiessanlage Büelen in Meilen, welche auch eine Tontaubenschiessanlage umfasste.

Schiessanlagen sind in der Regel stark mit Blei belastet. Der Schiessbetrieb mit Bleischrot führte zu schwermetallhaltigen Belastungen der Umwelt, die im Boden und in den Oberflächengewässern nachgewiesen werden können. Zum anderen kamen Tontauben zum Einsatz, die Bestandteile von Teerpech enthalten. 

Der Hauptbelastungsbereich durch die Tontaubenschiessanlage liegt in einer Entfernung von ca. 100 m vom ehemaligen Abschussbereich zwischen Mülihölzli und Müliacher. Die Jagdschiessanlage Büelen am Meilemer Dorfbach wurde ab etwa 1981 bis 2020 von Jägern benutzt, seit Herbst 2020 ist die Anlage stillgelegt. 

Projekt im Umfang von rund 5 Mio. Franken

Nach Voruntersuchungen verlangte im Jahr 2015 das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) die Sanierung des Standorts. Nach der Detailuntersuchung durch spezialisierte Fachleute und der Erstellung eines Sanierungskonzepts budgetierte die Gemeinde Meilen die Umweltleistung mit rund 5 Mio. Franken. Diesen Betrag muss die Gemeinde als sogenannte «Realleistungspflichtige» vorlegen. Nach Abzug der Bundesbeiträge gemäss der Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten (VASA) von 40% und den Beiträgen des Kantons Zürich gemäss Umweltschutzgesetz werden für die Gemeinde Meilen nur 7.35% der altlastenrechtlichen Massnahmen sowie die nicht abgeltungsberechtigten Kosten anfallen, insgesamt etwa Fr. 275'000.–. 

Die Sanierungsarbeiten wurden im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung an das Umweltbüro magma AG (Projektleitung) unter Beizug von lokalen Fachunternehmen vergeben. In einem ersten Schritt wurden offene Fragen direkt mit den zuständigen Fachbehörden geklärt, auch einige noch ausstehende Erhebungen zu Fauna, Flora und Neophyten sowie Abklärungen bezüglich der erforderlichen Rodungen und anstehenden Rekultivierung wurden durchgeführt. Danach wurde ein Sanierungsprojekt erstellt und beim AWEL zur Genehmigung eingereicht. 

Zeitweise Sperrung des Dorfbach-Wanderwegs

Nun liegen per Anfang Januar 2021 die Bau- und Rodungsbewilligungen nach der Waldverordnung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vor. Als nächster Schritt stehen noch in dieser Wintersaison die notwendigen Aufräum- und grossflächigen Rodungsarbeiten im Ausmass eines Fussballfeldes an. Dazu wird der Wanderweg entlang des Meilemer Dorfbachs an einigen Tagen gesperrt sein. Die temporäre Umleitung wird ausgeschildert. 

Die umfangreichen Eingriffe in den bewaldeten Bereich sind sowohl für die Sanierung erforderlich als auch von Forst-, Naturschutz- und anderen Umweltbehörden bewilligt. Speziell die Flora entlang des rechten Bachtobels sowie auf der oberhalb gelegenen Fläche der Schiessanlage ist nicht standorttypisch und gemäss den ausgeführten Erhebungen nur wenig wertvoll. Hier sind sehr viele Neophyten und ortsfremde Büsche anzutreffen, deren Beseitigung im Sinne der Biodiversität ist. Diese Bereiche konnten durch die Abzäunungen der Jagdschiessanlage über einen langen Zeitraum unkontrolliert zuwachsen. 

Naturnahe und ökologische Aufwertung

Die Dekontaminationsarbeiten, die hauptsächlich das schichtweise Ausheben bzw. Absaugen und die Entsorgung der obersten belasteten Bodenschichten umfassen werden, beginnen im April 2021. Die Arbeiten im Bachtobel erfolgen voraussichtlich im Zeitraum Juli bis September 2021. Auch während dieser Arbeiten wird der Wanderweg gesperrt werden müssen. Eine Umleitung wird signalisiert.

Die Belange von Flora und Fauna werden während sämtlicher Arbeiten durch ein lokales, ortskundiges Team von Fachleuten sichergestellt. Konkret werden besonders wertvolle Einzelbäume entlang dem Bachtobel für die «Routenplanung» der Fledermäuse unberührt bleiben. Es werden vorgängig Boxen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt, Reptilien und Amphibien werden während relevanter Arbeitsschritte durch Fachleute geschützt und die Belange der Bachbewohner werden durch die Fischereiaufsicht wahrgenommen. 

Nach Abschluss der Arbeiten wird das gesamte Areal naturnah und ökologisch aufgewertet wiederhergestellt. Im Bachtobel werden dazu in Abstimmung mit dem Revierförster auch wertvolle und attraktive Bäume aufgeforstet. 

xeiro ag