Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die «dunkle» Jahreszeit

Ein schwarzgekleideter Mann mit Skimaske, das Einbruchswerkzeug in der Hand und einem grossen Sack auf dem Rücken – so stellt man sich einen Einbrecher vor. Doch dieses durch Film- und Fernsehen geprägte Bild ist meist falsch. Männlich, weiblich, Jung und Alt. Meist unauffällig gekleidet verwenden sie einfaches Werkzeug, das sich spielend in der Jackentasche transportieren lässt. Wir haben Winterzeit und damit rücken die Dämmerungseinbrüche wieder in den Fokus.

Wie ticken Langfinger?

Einbrecher gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Sie möchten unbemerkt und möglichst schnell zur Tat schreiten. Einbrecher scheuen das Risiko. Die Faktoren Lärm und Zeit sind entscheidend, ob es zu einem Einbruch kommt oder nicht. Einbrecher verhalten sich unauffällig und kommen dann, wenn die Bewohner nicht daheim sind. Die polizeiliche Kriminalstatistik Schweiz zeigt eindeutig eine Zunahme der Delikte in Wohnquartieren nach Umstellung auf die Winterzeit.

Ist Prävention wirklich sinnvoll?

Ja unbedingt! Das Risiko eines Einbruchs lässt sich zwar leider nie ganz beseitigen, gewisse Verhaltensweisen und Massnahmen können das Risiko aber beträchtlich senken. Die Prävention fängt beim eigenen Verhalten an. Schliessen Sie Türen auch bei kurzen Abwesenheiten immer ab. Dasselbe gilt für Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren. Gekippte oder angelehnte Fenster können kinderleicht geöffnet werden. Auch Garagen, Keller und andere Nebenräume dürfen dabei nicht vergessen werden. Für potenzielle Einbrecher sollte eine Abwesenheit nicht leicht zu erkennen sein. Vorhänge und Fensterläden verhindern das Hineinschauen in die Wohnung und das Beobachten des Tagesrhythmus sowie der Lebensgewohnheiten.

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der Prävention ist die Beleuchtung der Liegenschaft. Ein Timer, der in unregelmässigen Abständen das Licht einschaltet oder ein TV-Simulator lassen das Zuhause bewohnt wirken. Alarmanlagen haben eine abschreckende Wirkung, im Fall der Fälle melden sie aber nur, dass bereits jemand eingedrungen ist. Informieren Sie Ihre Nachbarn über ihre Abwesenheit und halten Sie sich gegenseitig über merkwürdige Beobachtungen auf dem Laufenden.

Hinterlassen Sie keine Mitteilung auf dem Anrufbeantworter oder in Social Media (z.B. Facebook) und leeren Sie den Briefkasten regelmässig  oder lassen Sie die Post zurückbehalten/umleiten. Keine Reserveschlüssel unter Türvorlegern, im Blumentopf oder an einer sonst einfach zugänglichen Stelle hinterlegen. Bei verdächtigen Vorkommnissen sofort die Polizei verständigen.

MLaw Stéphanie Bartholdi, Juristin beim HEV Schweiz

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