Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Begegnungszone ist ein Rohrkrepierer

Nehmen wir einmal an, für eine Besorgung im Dorfzentrum Meilen suchen Sie 10 Minuten lang einen freien Autoparkplatz. Das ist zwar viel Zeit, aber meist immer noch viel schneller und bequemer als mit dem Ortsbus. Ausser, Sie wohnen vielleicht unmittelbar neben einer Bushaltstelle, sind rüstig sowie alleinstehend. Will heissen, Ihr einmal wöchentlicher Einkauf im Zentrum hat auch im «Postiwägeli» Platz.

Nehmen wir weiter an, die bisher in Meilen nicht immer glücklich agierenden Verkehrsexperten wollen genau genommen weder eine weitere überflüssige Begegnungszone schaffen noch die Auslastung des meist fast leer stehenden Parkhauses verbessern, sondern vielmehr die Anzahl Autos auf den Strassen im Zentrum vermindern. Dazu lassen sie sich einiges an Verkehrsbehinderungen einfallen wie Geschwindigkeitsbeschränkung, auf der Bahnhofstrasse Vortritt überall für Fussgänger resp. Begegnungssuchende, Parkplatzabbau, Reduktion der Fahrbahnbreite usw. Wobei es bei Letzterem schon jetzt knapp wird, falls sich ein Ortsbus mit einem Lastwagen oder einem andern Bus kreuzt – vom Chaos im Falle einer temporären Sperrung der Seestrasse nicht zu reden.

Klar: Wird die Schraube angezogen, drängen sich als Folge des gestiegenen Zeitaufwandes vielleicht ein paar Autos weniger in das grösser gewordene Durcheinander. Um einige wenige Autos zu vertreiben, müssen jedoch nicht nur diese, sondern muss der gesamte Verkehr – zwangsläufig inklusive den Ortsbussen – massivst behindert werden. Dabei sind in dem neu entstandenen Verkehrsgetümmel die paar Autos weniger gar nicht mehr auszumachen. Feststellbar ist hingegen neben der gestiegenen allgemeinen Verärgerung ein grösserer Treibstoffverbrauch (Energiestadt Meilen!) und mehr Schadstoffe inklusive Treibhausgas CO2. Und dies nicht nur bei ein paar wenigen, sondern wie schon erwähnt bei sämtlichen Autos im Zentrumsverkehr.

Anders gesagt, diese Art von «Begegnungszone» ist nicht nur ein ideologisch eingefärbtes Placebo, sondern vielmehr ein klassischer Rohrkrepierer. Man vergleiche mit einer temporär verkürzten Grünphase am Gotthardportal an Ostern: Obschon einige Autos Alternativrouten wählen, wächst der Stau von 10 auf 20 Kilometer und die Wartezeit von drei auf sechs Stunden. Solches als Verkehrsberuhigung, Begegnungsgelegenheit oder Verkehrsverflüssigung zu deklarieren, käme aber nur ein paar Meilemern in den Sinn.

 

xeiro ag