Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Der Naturschutzverein unterstützt Burkwil

Die «IG für ein nachhaltiges Meilen» ist sehr aktiv, um das Bauprojekt der Stiftung Burkwil und der Gemeinde Meilen zu verhindern. Unter anderem argumentiert die IG auch mit der Erhaltung der Biodiversität. Dem Vorstand des Naturschutzvereins Meilen ist es ein Anliegen, diesbezüglich Klarheit zu schaffen.

Die betreffende Wiese in der Weid stellt in ihrer heutigen Form und mit der heutigen Nutzung keinen besonderen oder gar schützenswerten Lebensraum dar. Sie liegt isoliert inmitten von Siedlungen, die in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind und erfüllt keine Vernetzungsfunktion im Naturnetz Pfannenstil.

Der Bachlauf des Inneren Dollikerbaches ist durch das Gewässerschutzgesetz geschützt, das Ufergehölz zusätzlich durch das Natur- und Heimatschutzgesetz. Aktuell werden Bachlauf und Ufergehölz stellenweise durch die Bewirtschafter der Familiengärten in Form von Kompostablagerungen und anderen Emissionen beeinträchtigt.

Die Bauherrin, die Stiftung Burkwil, hat in ihrem Projekt ganz klar formuliert, dass das gesamte Projekt ökologisch und baubiologisch vorbildlich realisiert wird. Diese Verpflichtung ist im Stiftungszweck formuliert und kann somit nicht einfach geändert werden, da jede Stiftung unter Aufsicht steht. Es ist vorgesehen, bei der Gestaltung des Aussenraums ausschliesslich einheimische Pflanzen zu verwenden. Es wäre schön, wenn alle Bauherren und IG-Mitglieder verstehen würden, wie wichtig dies für unsere Insekten- und Vogelfauna ist.

Das Gewässerschutzgesetz stellt im Weiteren sicher, dass der Bach den nötigen naturnah gestalteten und unverbauten Gewässerraum erhält und gegenüber heute aufgewertet wird. Eine Beeinträchtigung des Baches wird durch die zuständigen Bewilligungsbehörden schlicht nicht bewilligt.

Der Naturschutzverein Meilen unterstützt das Projekt Burkwil, weil es raumplanerisch sinnvoll ist, an diesem Ort Wohnhäuser zu bauen. Die Wiese ist mittels Ortsbus gut erschlossen, und für den Langsamverkehr bestehen gute Verbindungen in viele Richtungen. Die vorgesehenen hohe Dichte ist ein Vorteil und verkleinert den Bodenverbrauch, gerade auch im Vergleich mit den älteren Siedlungen in der Umgebung. Die Idee, Menschen im dritten Lebensabschnitt, die ihre beanspruchten Wohnflächen reduzieren wollen, kleine Wohnungen anzubieten, ist bestechend. 

Wirkliche Nachhaltigkeit ist komplex und leider nicht mittels Hauruck-Massnahmen zu bekommen. Die Anwohner der Wiese, die nun eine IG formen, werden hoffentlich in einigen Jahren auch dem Dollikerbach entlang spazieren und im Schatten der Rotbuche einen Kaffee geniessen.

Michiel Hartman, 

Vorstand Naturschutzverein Meilen

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