Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Der Eindruck des Geldeintreibens

Ich stimme Herrn Kropf zu (Leserbrief im Meilener Anzeiger von letzter Woche): Auch mir ist aufgefallen, dass vermehrt oder eben systematisch nach Parksündern gesucht wird.

Beim Sportzentrum Allmend und auf dem Hallenbadparkplatz habe ich die Dame, welche offenbar neuerdings für die Bussenverteilung im Dorf zuständig ist, schon einige Male gesehen. Eifrig kontrollierte sie Auto um Auto. Natürlich ist die Rechtslage klar und nicht neu: Wer nicht bezahlt, muss mit einer Busse rechnen. Dass nun so streng kontrolliert wird in Meilen, ist aber neu und überraschend, weil man es sich nicht gewohnt war, auf einem halb leeren Parkplatz (Hallenbad) unbedingt mit einer Busse zu rechnen. Zur Erinnerung: früher war das Parkieren hier gratis!

Mir sind auch die vielen Geschwindigkeitskontrollen in und um Meilen aufgefallen (nein, ich wurde bisher noch nie gebüsst). Da kommt die Frage von Herrn Kropf schon fast spontan auf, ob das Schikane oder System hat. Es entsteht halt schon der Eindruck des Geldeintreibens. Vielleicht wurde durch den Lockdown das Bussenbudget nicht erreicht und muss nun aufgeholt werden? Wer weiss.

Das könnte übrigens auch ein Vorgeschmack darauf sein, was uns bei der umgestalteten Dorfstrasse erwarten wird: Aus Sicherheitsgründen wird Tempo 30 eingeführt. Bei der Debatte darüber hatte jemand Bedenken geäussert, da werde die Polizei sicher Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Es wurde aber abgewunken, es gehe sicher nicht darum, die Autofahrer zu schikanieren. Man könne ja jetzt schon praktisch nie über 30km/h fahren. Allerdings wird das Tempolimit ja immer gelten, auch bei geringem Verkehrsaufkommen. Und jeder Autofahrer weiss, wie schnell man kurz über 30km/h sein kann, und schon ists passiert! Auch nur ein paar Stundenkilomter zu schnell können sehr teuer werden: bei 36km/h sind bereits Fr. 120.– fällig. Man darf gespannt sein.

 

xeiro ag