Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Das traurige Ende der Eibe

Am Mittwoch wurde vor dem Ortsmuseum Meilen die gesunde, seit Jahrzehnten das Ortsbild in der unteren Kirchgasse prägende Eibe gefällt.

Anwohner rätselten über den Grund, Passanten laufen kopfschüttelnd am verbliebenen Stumpf dieses altehrwürdigen Gewächses vorbei. Unverständnis und Befremden. 

Eine Nachfrage beim Ortsmuseum lieferte die Erklärung: Der Stiftungsrat möchte, dass die schöne Fassade des Museums besser zu sehen ist. Der Baum wurde also zum Störfaktor. Dabei war doch gerade das Gesamtensemble wunderschön – Ortsmuseum und Baum bildeten eine harmonische Einheit.

In der heutigen Zeit einen Baum mit solcher Begründung zu fällen, erscheint mir sehr traurig. Jedes bisschen Grün, erst recht jeder alte Baum zwischen immer mehr Beton ist eine Bereicherung und wertvoll. Auch als Lebensraum für Vögel, die dort im Frühjahr wieder genistet hätten. Wäre es nicht ausreichend gewesen, die Eibe etwas zu stutzen, musste es gleich die radikale Lösung sein? 

Wer auch immer diese Entscheidung und damit den Baum gefällt hat: Bedenken Sie bitte, es gibt Menschen, die auch an lebendiger Natur Freude haben – manchmal sogar mehr als nur an einer schönen Fassade.

 

xeiro ag