Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Das Recht, Vorbehalte zu haben

Die beiden Leserbriefe («Begriffsverwirrungen» und «Polemik») im letzten Meilener Anzeiger dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Mir scheint, dass sich da zwei Meilemer mit ihren Argumenten selber schlagen.

Ich glaube nicht, dass sich Bürgerinnen und Bürger nicht mehr zu Bauprojekten öffentlich äussern dürfen, nur weil sie in der Nachbarschaft wohnen. Diese Haltung scheint mir sehr undemokratisch zu sein. Die beiden Autoren sollen die Argumente der Gegner von «Burkwil» selbstverständlich kritisch abwägen und einordnen, aber die Gegenpartei weder diffamieren noch mundtot machen. Mindestens erwarte ich, dass sie selber mit gutem Vorbild voraus gehen und ihre Kritik hieb- und stichfest abstützen: In der «Revision Nutzungsplanung» der Gemeinde auf Seite 11 steht: «Verdichtung in den zentrumsnahen Zonen mit Qualität». Damit kann nichts anderes gemeint sein, als dass in der Peripherie, wo das Areal Weid liegt, die Baumasse nicht bis zum Äussersten ausgenutzt werden muss. 

Auch stimmt es schlicht nicht, dass in Meilen freier Wohnraum nur für 20 Prozent der Bevölkerung bezahlbar ist. Das Gegenteil ist der Fall. Es sind dauernd 2- und 3-Zimmerwohnungen für deutlich unter 2000 Franken ausgeschrieben und für Durchschnittsverdiener erschwinglich.

Übrigens: Ich wohne auch in der unmittelbaren Nachbarschaft und lehne «Burkwil» keineswegs grundsächlich ab. Aber ich lasse mir das Recht nicht nehmen, bestimmte Vorbehalte zu haben und anmelden zu dürfen.

 

xeiro ag