Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Das ist Kampfgeist!

Mit dem 28:21-Sieg über die Witiker sichern sich die Meilemer Handballer am vergangenen Samstag dank einer starken Teamleistung zwei wichtige Punkte.

In diesem Heimspiel musste ein Sieg her. Denn obwohl sich Meilen im Mittelfeld der Tabelle bewegt, ist ein Barrageplatz nach wie vor möglich. Der Gegner an diesem Abend: Der TV Witikon, mit neun Punkten an drittletzter Stelle in der Tabelle – aber ein hartnäckiger Gegner. 

Den Willen, Witikon zu schlagen, zeigten die Meilemer von Beginn weg. Der erste Angriff der Gegner wurde abgewehrt, und im Gegenzug brachte Stefan Geissmann sein Team mit 1:0 in Führung. Erstaunlich, was er trotz seines fortgeschrittenen Alters noch alles leisten kann. Meilen machte weiter Druck, kam dank Toren von Lukas Bürkli und Asmir Muric bald auf sechs Tore. 

Doch in der Anfangphase zeigten sich in der Defensive noch einige Probleme, sodass auch die Gegner zu einfachen Toren kamen. Obwohl die Seebuben spielerisch deutlich überlegen waren, konnten sie sich erst nach rund einer Viertelstunde erstmals mit drei Toren absetzen. Jetzt aber hatten sie so richtig in die Partie gefunden, liessen den Ball laufen und warteten auf die zwingenden Chancen.

Auch wenn die Seebuben teilweise Mühe bekundeten, den Ball ins Netz zu befördern, konnten sie die Führung weiter ausbauen – nicht zuletzt, weil jetzt auch in der Defensive richtig zugepackt wurde. Die Witiker bissen sich an der Meilemer Verteidigung die Zähne aus. Am vorgestellten, leichtfüssig wirbelnden Lukas Bürkli führte oft kein Weg vorbei. Mittlerweile lag man mit fünf Toren vorne und erlaubte es sich, einen Gang runterzuschalten. Unglückliche technische Fehler schlichen sich ein, welche die Witiker sofort auszunutzen wussten und zum Pausenstand von 13:10 verkürzen konnten. 

Meilen lag zwar vorne, aber der Sieg war noch nicht im Trockenen. Niemand hatte Lust auf eine knappe Kiste, diese zwei Punkte wollte man sich deutlich holen. Dazu brauchte es aber noch eine Steigerung, mehr Leichtigkeit, mehr Effizienz. Für diese sollte Gjin «Karabatic» Lasku sorgen, der jetzt auf der Mitte-Position auflief. Das Handball-Genie mit dem Zauberhändchen verteilte die Bälle souverän und glänzte mit sehenswerten Zuspielen an den Kreis, wo Asmir Muric eiskalt verwandeln konnte. Wenn man technische Fehler bleiben lässt, geht es halt einfach besser! 

Während die Seebuben auf Hochtouren liefen, wollte bei Witikon gar nichts mehr klappen. In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gelangen gerade einmal zwei Tore. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass mit Manu Votapek ein Goalie von Weltklasseformat zwischen den Pfosten stand. Er parierte Ball um Ball, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Fazit dieser Meilemer Druckphase: Eine souveräne Sieben-Tore-Führung. Die Seebuben spielten als Einheit und liessen mit ihrem konsequenten Spiel die Gegner verzweifeln. Diese rafften sich erst spät nochmals auf und versuchten, an der Meilemer Führung zu rütteln. Doch sie hatten die Rechnung ohne Fetah Murina gemacht, der jetzt den Turbo zündete. Innerhalb von drei Minuten haute er mit schwindelerregender Geschwindigkeit vier Bälle in die Maschen und versetzte allen Witiker Hoffnungen, dieses Spiel noch zu drehen, den Todesstoss. 

Rund zehn Minuten vor Schluss war der Sieg der Seebuben beim Zwischenstand von 25:17 Tatsache. Trotzdem wurde die Partie nochmals etwas hektisch, weil mit der steigenden Siegesgewissheit die Konzentration abnahm. Witikon kam nun wieder zu einfachen Toren, doch auch das war nur noch Resultatkosmetik. 

Den sehenswerten Schlusspunkt der Partie setzte Asmir Muric, der wenige Sekunden vor Schluss einen längst verloren gegangenen Ball zurückeroberte und zum Endstand von 28:21 verwandelte. Das ist Kampfgeist! Diese zwei Punkte tun der Mannschaft gut und bringen sie wieder ins Mittelfeld der Tabelle, weiter weg vom Barrageplatz. Wenn auch am nächsten Sonntag ein Sieg gelingt, ist der Ligaerhalt so gut wie Tatsache. 

Dafür müssen die Seebuben aber die beschwerliche Reise in den Aargau auf sich nehmen, wo Würenlingen auf sie wartet – das Tabellenschlusslicht. 

xeiro ag