Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Covid-19 und Fleischkonsum

Schön, dass die Badibeiz ein neues Team hat. Dass die Gemeinde sich von Balaji Jayaram «in gegenseitigem Einvernehmen» getrennt hat, lässt Spielraum für Interpretationen.

In der Tat kann man über die Kochkünste des ehemaligen Teams geteilter Meinung sein, aber etwas hat Balaji perfekt gemacht: Er hat Covid-19-korrekt gekocht. Anders gesagt: Er hat vor allem Gemüse aufgetischt, mit Beilagen wie Quinoa oder Linsen. Und er hatte einen unglaublich schönen Kräuter- und Gemüsegarten.

Das wird sich nun ändern. Das neue Team wird sich laut Meilener Anzeiger auf «Klassiker» konzentrieren, also «Chicken Nuggets, «Badi-Burger», «Hot Dogs», «Cordon Bleus», «feine Schweinssteaks» und «Burger-Plätzchen», zudem soll es «Themenabende wie US-Barbecues» geben. Das heisst: Gepflegt wird eine auf Fleisch basierende Gastronomie. Es ist jene Esskultur, die wir uns gewohnt sind – und die Pandemien wie Covid-19 erst möglich macht. 

Haben wir schon vergessen, wie alles begonnen hat? Ist uns nicht mehr bewusst, dass das Virus von Tieren auf Menschen übersprang? Dass es weltweit und in der Schweiz immer häufiger zu Zoonosen kommt? Dass diese Entwicklung ganz direkt mit Fleischkonsum und Massentierhaltung zu tun hat? Dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis uns die nächste Pandemie trifft? Sie ist übrigens bereits in den Startlöchern: eine neue Form der Schweinegrippe auf Basis eines Virus namens G4.

Ich esse weder ausschliesslich vegetarisch und schon gar nicht vegan. Aber es ist wie mit dem Klimawandel: Wenn wir nicht damit beginnen, unser Verhalten zu ändern, ändert sich gar nichts. In diesem Sinne hätte ich mir gewünscht, dass die Gemeinde beim Pächterwechsel der Badibeiz etwas mehr nachgedacht hätte. Das fleischlose Angebot der neuen Pächter ist neben den Stichworten «gesunder Sesam-Rüeblisalat» und «Apfelkuchen» gerade mal einen halben Satz lang: «teilweise in vegetarischer oder veganer Ausführung». Das ist bedauerlich.

xeiro ag