Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Burkwil ja, aber nicht so!

Das Projekt einer altersdurchmischten Wohnform hat absolut seine Berechtigung, da die öffentliche Hand kaum die notwendigen Infrastrukturen für die zahlreich älter werdenden Menschen wird zur Verfügung stellen können.

Die gegenwärtig laufende öffentliche Diskussion über das private Projekt Burkwil findet nur in zwei völlig gegensätzlichen Positionen statt. Ganz nach dem Motto «alles oder nichts»!

Auf der einen Seite die private Stiftung Burkwil, welches ein sehr interessantes altersdurchmischtes Wohn- und Dienstleistungskonzept entwickelt hat. Beraten durch das unklar agierende Baukollegium der Gemeinde Meilen, hat die Stiftung ihr Projekt jedoch von einem ursprünglich massvollen Projekt bis zur Maximierung der Ausnützung unter Anwendung sämtlicher Bauboni weiterentwickelt. Ganz nach dem Motto «alles muss es sein»!

Auf der anderen Seite steht die «IG für ein nachhaltiges Meilen», welche mit ihrer einfach zu durchschauenden Initiative das Bebauen von drei Parzellen in der Bauzone unter Kostenfolge für den Steuerzahler zu verhindern versucht. Ganz nach dem Motto «nichts darf es sein»!

Niemand, weder die Gemeinde noch die betroffenen Vereine – besonders der Familiengartenverein oder der Naturschutzverein – hat sich jedoch Gedanken zu möglichen Kompromisslösungen gemacht. Der Naturschutzverein, der normalerweise nichts unversucht lässt, um jeden Laubfrosch beim Überqueren von Strassen vor dem Überfahren zu bewahren, hat der im Gebiet Weid vorhandenen Tier- und Insektenvielfalt versichert, alle Gesetze würden diesbezüglich eingehalten werden. Dem Familiengartenverein hat die Gemeinde wohl eine passende Ersatzlösung in Aussicht gestellt, die aber die vorgängige Zerstörung der gewachsenen Schrebergärten erfordert. Wo bleibt das sonst übliche konstruktive, aber kritische Hinterfragen eines solchen Projektes seitens der Vereine und Verbände?

Ein möglicher Kompromiss wäre, die Schrebergärten stehen zu lassen und diese in das altersdurchmischte Wohnkonzept zu integrieren. So könnten sich Jung und Alt gemeinsam die Gartenarbeit teilen. Der so wegfallende Wohnraum könnte auf die anderen Gebäude verteilt werden oder teilweise ganz wegfallen, was zu einer leichten Redimensionierung des Projektes führen würde, was ihm möglicherweise nur guttun würde. Auch müsste so nur eine Tiefgarage und nicht deren zwei gebaut und unterhalten werden. Weil es möglichweise zu einer Reduktion des Bauvolumens kommen würde, müsste die Gemeinde ihren Beitrag leisten und den Baurechtszins nach unten anpassen. Die Gemeinde müsste eigentlich ein Interesse daran haben, solche Projekte zu subventionieren, da sie in Eigenregie weit höhere Kosten zu gewärtigen hätte.

Aber eben, man(n) müsste wollen und aufeinander zugehen sowie vom Alles-oder-nichts-Prinzip wegkommen!

 

xeiro ag